Echnaton

Der Regierungsantritt Amenhoteps IV.

Die Rolle Echnatons in der neuen Religion

Ab dem 12. Regierungsjahr

Die körperliche Verfassung Echnatons

Königstitel des Echnaton

Hymnus an Aton

 

 

Der Regierungsantritt Amenhoteps IV.

Ob Amenhotep IV. bereits zu Lebzeiten seines Vaters eine Co-Regentschaft inne hatte, ist unter den Fachwissenschaftlern umstritten. Einige glaubten an eine Co-Regentschaft von 4 oder mehr (maximal 12) Jahren (exemplarisch C. Aldret oder E.F. Fairmann). Diese Theorie ging auf gefundene Gegenstände in Tell el-Amarna (der neuen Hauptstadt Echnatons) zurück, da auf eben diesen der Name Amenhoteps III. gefunden wurde. Der englische Archäologe Pendlebury schloss diesbezüglich auf eine Mitregentschaft von elf Jahren. 

Andere Ägyptologen bzw. Archäologen wie E. Hornung oder J.v. Beckerarth vertreten die Theorie, dass wenn es überhaupt eine Mitregentschaft gab, diese höchstens ein Jahr andauerte. Diese Annahme basiert auf der Einführung des Aton-Kults. Hätte die Mitregentschaft mehr als 4 Jahr gedauert, wäre die Einführung des Gottes Aton als Alleiniger Gott in die zeit der Mitregentschaft gefallen und diesbezüglich in die Regierungszeit Amenhoteps III. zu datieren. Eines Besseren belehrt - laut Kemet 1/2002 - das Grab des Cheriuf in Theben: Dieses Grab ist in das 37. Regierungsjahr Amenhotep III. zu datieren und enthält Darstellungen des Pharaos, auf welchen er als "geliebt von Sokar" bezeichnet wird, folglich: geliebt von einem traditionellen Gott. Weiterhin werden in diesem Grab des Cheriuf Echnaton (Amenhotep IV.) und seine Mutter Teje in einer Pose abgebildet, bei der sie eindeutig verschiedenen traditionellen Göttern Opfergaben darbringen. 

Echnaton

Dieses Bildnis dürfte nach Einführung des Monotheismus unter Echnaton nicht existent sein. Es gibt folglich einen Hinweis darauf, dass die "alten" Götter bei Tod des Pharaos Amenhotep III. noch nicht "verbannt" wurden. Daraus folgt, dass Echnaton keineswegs länger als 1 Jahr Mitregent hätte sein können, da bereits im Jahr 3 der Herrschaft Echnatons der monumentale Aton-Tempel im Tempel von Karnak  in Auftrag gegeben wurde. Dieser Tempel wurde als kleinen "Talatat" Blöcken errichtet, die eine Größe von 52x26x26 cm hatten.  Als weiterer Beweis einer ,wenn nur sehr kurzen Mitregentschaft, ist das Grab des hohen Beamten Parenefer, wo die Königsfamilie ebenfalls den alten Göttern huldigt. Auch die sogenannten Amarna-Briefe liefern keine Hinweise auf eine Mitregentschaft. In diesen Briefen werden die außenpolitischen Handlungen des Amenhotep III. erwähnt.

Bereits zu seinem Regierungsantritt war Echnaton mit Nofretete verheiratet. Dies ist nach Schlögl (1993) zumindest zu vermuten, da er mit Nofretete und seinen drei ältesten Töchtern auf Reliefs der ersten 5 Regierungsjahre dargestellt wurde.

Die Krönung Echnatons fand vermutlich in Theben statt, da er auch hier die ersten Jahre seiner Regierung verbrachte. Der Anfang seiner Regierung beschreibt keine außergewöhnlichen Vorfälle. So blieben beispielsweise die Beamten, die sein Vater in ihren Dienst erhoben hatte, weiterhin bestätigt. Durch den Bau des Aton-Tempels in Karnak wurde Aton zwar an die Spitze des thebanischen Pantheons erhoben, dennoch blieben die "alten" Götter zunächst in ihrer jeweiligen Rolle.

 

Die Rolle Echnatons in der neuen Religion:

Echnaton sieht sich bezüglich der Aton-Theologie in einer herausragenden Stellung. Er ist der Einzige, der "das Wunder" Atons zu begreifen versteht, das Wunder der Schöpfung.  Weiterhin sieht er sich, wie es seine Namen schon zeigen: als Sohn des Sonnengottes Re. Dies ist zunächst nichts außergewöhnliches, da viele Pharaonen diesen Beinamen (Epitheta) trugen. In dieser monotheistischen Religion  - nachdem die alten Tempel  geschlossen wurden und die Götter verdrängt - ist Echnaton der Einzige Vertreter, dem es erlaubt ist unmittelbar Aton anzubeten und diesem zu opfern und zu huldigen. 

Die Menschen die ebenfalls diesen Glauben annahmen (ob gezwungen oder freiwillig) mussten zu Echnaton beten, damit dieser ihre Wünsche und Gebete Aton darbringen kann. Dies hat eine Rolle der Priester inhärent, um es genau zu sagen, gab es keine priesterlichen Ämter, die in Vertretung des Pharaos Riten vollziehen sollten. Dennoch gab es Hohepriester des Aton.  Neben Echnaton ist es lediglich Nofretete und seinen Töchtern erlaubt die Manifestation des Sonnengottes - Aton - anzubeten. Für die Menschen bedeutete dies Wendung zum Eingottglauben, dass sie all ihre Mythen, den Zauber, tradierte Gebete oder  Riten aufgeben mussten und zu Echnaton beten mussten.

 Aton war damit kein persönlicher Gott zu dem jeder Mensch vordringen konnte, sondern er stand zunächst alleine Echnaton zur Verfügung. Echnaton und Nofretete bildeten quasi das Götterpaar, ihre Töchter übernahmen die Rolle der Priesterinnen. Gefundene Artefakte aus Achet-Aton, vorrangig Götterfiguren der konventionellen Bevölkerung, zeigen, dass diese Menschen den alten Göttern wohl nicht ganz abgesagt haben. Wenn man sich vorstellt, dass bis zu dieser Zeit die altägyptische Theologie, das Pantheon und die weiteren Regionsgötter mehr als 1000 Jahre verehrt wurden, ist es auch nur schwer vorstellbar, dass die Menschen diesen so einfach abschworen konnten oder wollten.

 

Ab dem 12. Regierungsjahr:

Daten die über das 12. Regierungsjahr des Echnaton hinausgehen sind äußerst rar. Die meisten Fakten die erhalten sind stammen hauptsächlich aus dem familiären Bereich. Diese wenigen Daten veranlassten W. Wolf zu folgendem Postulat: "Es ist schwer, aus den unzureichenden Quellen ein Bild von den letzten Ereignissen in Amarna zu gewinnen. Die Gefahr, statt Geschichte einen Roman zu schreiben, ist hier besonders groß" (W. Wolf zit. n.: Schlögl 1993). Dadurch wird deutlich, dass diese letzten Jahre in Achet-Aton  leicht dazu verleiten Spekulationen anzustellen. So ist exemplarisch nicht geklärt, ob Echnaton seinen Nachfolger Semenchkare mit Meritaton verheiratete oder ob diese zunächst selbst als Große Königliche Gemahlin bis zur Heirat regierte. Viele Details bleiben ungeklärt. Feststeht, dass Echnaton im Alter von 40 Jahren starb. Diese Daten liefern gefundene Artefakte aus seinem Grab in der Nekropole von Tell el-Amarna (Achet-Aton).

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Die körperliche Verfassung Echnatons:

Die Mumie des Herrschers blieb bis zum heutigen tag unaufgedeckt. Einige Fachwissenschaftler vermuten, dass die Mumie in Grab KV55 die des Echnaton ist. Diese Theorie geht möglicherweise einmal auf die Zuordnung des Grabes selbst zurück - es wird Echnaton zugeschrieben - weiterhin auf die Untersuchungen an der Mumie, die zum einen ein Alter von 30-35 Jahren ergaben, zum anderen ein Alter von maximal 20-25 Jahren. Sollte sich die Exaktheit des letzteres Alters bewahrheiten, kann die Mumie unmöglich die des Echnaton sein. Allein die Mumie des Amenhotep IV. Echnaton könnte Hinweise au eine mögliche Krankheit liefern. War Echnaton überhaupt krank?

 Viele Menschen, die sich mit der Ägyptologie auseinander setzen glauben, dass Echnaton an einer Krankheit litt, basierend auf den gefundenen Statuen des Pharaos und deren unförmige Proportionen und Körperteile. Echnaton wurde feminin dargestellt, mit breiten Hüften, ausladenden Oberschenkeln, einem verzerrten Gesicht und einem überhängendem Bauch. Diese Darstellungen ähneln in keiner Weise den der anderen Pharaonen  - späterer oder früherer Herrscher. Hervorgerufen durch diese abnormen Darstellungen äußerte J.B. Breasted im Jahre 1905 die Vermutung, dass Echnaton an einem Geburtsfehler litt und um der Ma'at gerecht zu sein, sich so auch darstellen ließ. Den Verweis auf die Ma'at widerlegte die Archäologin H. Groenewegen-Frankfort im Jahre 1951,  mit der Feststellung, dass sich die Ma'at niemals auf Äußerlichkeiten beziehen würde (vgl. Kemet 1/2002). 

Später wurden die Abbildungen Echnatons mit dem sogenannten  Fröhlich-Syndrom in Verbindung gebracht, einer Erkrankung des endokrinen Systems. Doch muss Echnaton unbedingt an einer Krankheit gelitten haben, nur um sich auf eine andere Art und Weise darstellen zu lassen? Möglicherweise war es auch ein sehr intelligenter Schachzug des Pharaos: die Kunst als propagandistisches Mittel einzusetzen. Wenn wir uns einige Abbildungen der großen Herrscher betrachten, fallen uns große Ähnlichkeiten auf. Oftmals kann man die Statuen nur durch die Inschriften erkennen, was durch das heroische Bild bzw. das ins Positive verlagerte Bildnis des Pharaos verursacht wird. Auch Pharaonen waren Menschen, dem zur Folge nicht vor dem Alter gefeiht. 

Dennoch sehen wir nur selten Abbildungen an welchen man eindeutig einen Alterungsprozess erkennen. Vielleicht wollte Echnaton sich auch durch die Kunst von allen Vorgängern unterscheiden und nicht nur durch die theologischen Aspekte. Nicht nur Echnaton, sondern auch Nofretete und seine Töchter wurden in einer anderen Art und Weise abgebildet, wie manche Artefakte bestätigen. Sollten dem zur Folge alle Amarna-Mitglieder krank gewesen sein? Die seltene Kopfform der Töchter Echnatons (Blasenschädel) hat viele Fachwissenschaftler vermuten lassen, dass dies eine vom Vater vererbte Krankheit sei, oder dass die Köpfe künstlich deformiert worden seien!

 Dennoch gibt es diesbezüglich keine eindeutigen Beweise, weder eine Mumie noch sonst etwas, lediglich die Darstellungen, wonach diese Theorien eindeutig in den Bereich der Spekulationen gehören. Die Büste der Nofretete gibt beispielsweise ein anderes Bild, oppositär zu den abnormalen Darstellungen der Amarna-Familie. Hier wird die junge Frau ganz "normal" dargestellt ohne Verzerrungen oder abnormale Proportionen. Warum sollte die Kunst der Amarna-Zeit ausgerechnet auf eine Krankheit zurück zu führen sein? 100%ige Gewissheit wird es dennoch nur geben wenn erstens die Mumie des Echnaton gefunden bzw. identifiziert wird und zweitens wenn weitere eindeutige Beweise gefunden werden.

 

Königstitel des Echnaton:

Name: Name zur Zeit des Regierungsantritts: Neuer Name:
Horusname: hrwk3 nht q3 ^ wtjj = Horus Starker Stier, mit hohem Federpaar hrw k3 nht mrj itn = Horus Starker Stier , geliebt von Aton
Nebtiname: nbtj wr nswjt m jpt-swt = Die beiden Herrinnen: Groß an Königtum in Karnak nbtj wr nswjt m 3hjt-jtn =  Die beiden Herrinnen: Groß an Königtum in Achet-aton
Goldname: hr nbw wtz h'w m jwnw ^ m' = Der die Kronen in Karnak erhebt hr nbw wtz rn n jtn = Der den Namen des Aton erhebt
Thronname: nfr hprw r' w' n r' = Vollkommen sind die Erscheinungen des Re, Einziger des Re

bleibt erhalten
Geburtsname: jmn-htp ntr hq3-w3st = Amun-hotep, Gott und Herrscher von Theben

3h n jtn = Aton wohlgefällig (oder Glanz des Aton)

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Hymnus an Aton oder Sonnengesang des Echnaton:    

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Hier findest du den Atonhymnus auch in Hieroglyphen: http://www.hieroglyphen.net/andere/atonhymnus/hymnus.htm