| Berühmte Entdecker
im Tal der Könige
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Giovanni Battista Belzoni wurde am 5. November 1778 im italienischen Padua geboren und starb am 3. Dezember 1823 in Gwato, Benin. Er verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst als "patagonischer Samson" im Zirkus, bis der Wasserbauingenieur schließlich 1815 erstmals nach Ägypten reiste. Dort hoffte er eine Mohammed Ali Wasserhebungsvorrischtung verkaufen zu können, was jedoch misslang.
Giovanni Battista Belzoni In Ägypten traf er 1816 auf Henry Salt, der seine Fachkenntnisse zu erkennen schien und ihn mit dem Sammeln von Altertumsstücken beauftragte. So gab er ihm unter anderem den Auftrag einen Kolossalkopf Ramses II. aus dem Ramesseum zur Weiterverschiffung zu transportieren. Schließlich begann Belzoni sich von seinem englischen Arbeitgeber zu trennen und forschte von nun an selber im Tal der Könige. Am Ende des 1816 machte Belzoni auch bereits seine erste Entdeckung: WV 23, das Grab des Pharaos Eje aus der 18. Dynastie. Weitere Entdeckungen von Königsgräbern sollten folgen:
Weiterhin geht auf sein "Konto" die Öffnung des Tempels von Abu Simbel (1817) und die Erforschung der Chefrenpyramide im Jahre 1818. Ein Jahr später - 1819 - kehrte er nach England zurück und veröffentlichte das Werk "Narrative of the Operations and Recent Discoveries". Er beendigte seine Forschungen im Tal der Könige womöglich auf den Glauben hin, dass keine Gräber mehr dort zu finden wären. (Reeves 2000; Reeves1996).
James Burton grub in den 20er Jahren des 19 Jahrhunderts, etwa zur gleichen Zeit wie John Gardner Wilkinson, im Tal der Könige. Im Tal kam er auf eine Gräberzahl von ca. 24-25 Gräber die von ihm ausgegraben wurden. Das besondere an seinen Ausgrabungen war unter anderem seine spezielle Nummerierung der Gräber. Er benutzte nicht Zahlen wie beispielsweise KV20, sondern Buchstabenkonstellationen, etwa B-I oder K-T (Reeves 2000). Demnach benannte er folgende Gräber mit den danebenstehenden Buchstaben:
*: Von diesen Gräbern ist das Vorhandensein aufgelistet, es wurde ihnen aber keine Bezeichnung zu gewiesen Tabelle: Reeves 2000 Burton nahm sich ein Grab nach dem anderen im Tal vor, welches er systematisch ausgrub. Dabei begann er sogar mit der Freilegung von KV20 (Hatschepsut). Dieses Projekt musste aufgrund der schlechten Luft im Grab aufgegeben werden. 80 Jahre später sollte Howard Carter dieses Vorhaben vollenden. Als weitere herausragende Arbeit können die ersten Untersuchungen von KV5 (Söhne Ramses II.) gesehen werden. James Burton starb schließlich im Jahre 1862 und hinterließ 63 Bände mit Aufzeichnungen und Notizen seiner Grabungen im Tal der Könige (ebd.).
Carl Richard Lepsius wurde im Jahre 1810 in Naumburg an der Saale geboren und starb am 10. Juli 1884 in Berlin. Er studierte an verschiedenen Universitäten Archäologie, antike indische Sprache und griechisch. Er nahm an einer von Friedrich Wilhelm bestellten offiziellen Expedition nach Ägypten und Nubien teil. Die vier Jahre dauernde Expedition - die im Jahre 1842 begann -fand unter der Leitung Lepsius statt und verfolgte insbesondere die Bestandsaufnahme der noch erhaltenen Bauwerke bzw. Denkmälern und das Sammeln von Artefakten. Die finanzielle Unterstützung erhielt die Expedition durch König Wilhelm IV. Dieser beauftragte Lepsius möglichst viele Artefakte nach Berlin zu bringen, um die dortige Sammlung zu vergrößern. Dies geschah unter der Zustimmung von Mohammed Ali. Reeves (2000) berichtet von ca. 15 000 Altertümer die Lepsius nach Deutschland verschiffen ließ.
Carl Richard Lepsius
Die Ergebnisse dieser Expedition - unter der Führung von Carl Richard Lepsius - wurden in 12 Bänden - mit dem Titel "Denkmäler aus Ägypten und Äthiopien"- festgehalten und zwischen 1849 und 1859 veröffentlicht. Nach der dort enthaltenen Karte waren zu dieser Zeit 25 Gräber im Tal der Könige bekannt. In dem Buch wurde die Zählung die Wilkinson zuvor einführte übernommen, wobei jedoch vier weitere Gräber im Westtal aufgeführt wurden (WV22-25). Lepsius und sein Team gruben zwischen Oktober 1844 und Februar 1845 im Tal der Könige, wo sie diverse Gräber - wie KV7 (Ramses II.), KV8 (Merenptah), KV20 (Hatschepsut) - freilegten. Die Hauptaufgabe bestand jedoch in dem Kopieren und Abzeichnen verschiedener Szenen und Darstellungen in den Gräbern, wodurch beinahe jedes (zur damaligen Zeit) bekanntes Grab erforscht wurde. Im Jahre 1846 bekam Lepsius einen Lehrstuhl an der Universität Berlin und heiratete noch im selben Jahr. Etwa 10 Jahre später, im Jahre 1855 wurde er wissenschaftlicher Direktor des Ägyptischen Museums in Berlin, woraufhin er ein Jahr später Direktor des Museums wurde. Lepsius über die Ausgrabungen im Tal der Könige; Theben 25. Februar 1845:
Der Franzose Auguste Mariette (1821-1881) wurde 1850 von dem Louvre nach Ägypten geschickt, um dort koptische Papyri zu kopieren und zu sammeln. Mariette hingegen verwendete seine Gelder für Grabungen in Memphis. In Saqqara entdeckte er das Serapeum - die heilige Begräbnisstätte für die Apis-Stiere. An dieser forschte er vier Jahre. Im Jahre 1858 wurde er vom Khedive zum Direktor der ägyptischen Monumente ernannt, dem Service des antiquités d'Egypte, welcher heute immer noch Bestand hat. Acht Jahre später begann Mariette das erste ägyptische Museum in Bulaq - einem Viertel in Kairo - zu errichten. Mit Mariette beginnt die französische Archäologie in Ägypten. Auch wenn seine Grabungen wenig Erfolg hatten, kann doch gesagt werden, dass er sich auch insbesondere durch seinen Kampf gegen die Plünderer und gegen die unerlaubten Ausfuhr ägyptischer Altertümer auszeichnete. Als nennenswerte Entdeckung bzw. Wiederentdeckung kann dennoch der Sarg und die Schmucksammlung der Königin Ahhotep (17. Dynastie) genannt werden, da dieser Fund für die später folgende Entdeckung der Königsmumien von Deir el-Bahari von Bedeutung war. In seinen letzten 30 Lebensjahren widmete er sich der Erforschung verschiedener Orte, exemplarisch Tanis, Abydos, Dendara, Theben, den Pyramiden von Gisa, Saqqara, Edfu, etc. Insgesamt forschte der Franzose an 35 Orten.
Alexander Henry Rhind wurde in Wick, Caithness (Schottland) geboren und kam 1855 zum ersten Mal nach Ägypten. Er entdeckte in Qurna Mumienetiketten niedriger Mitglieder der Königsfamilie der 18. Dynastie und begab sich anschließend in das Tal der Könige. Leider konnte er dort keine beispielhaften Entdeckungen machen. Dennoch kann Rhind als renomierter Entdecker gesehen werden, da er als Erster versuchte die gefunden Gräber und Artefakte im Kontext der Umgebung zu sehen, wonach sich diese Weitsicht unter den Ägyptologen und Archäologen verbreitete.
Eugene Lefebure wurde am 11. November 1838 in Prunnoy, Yonne geboren. Zunächst führte er ein Leben "außerhalb" der Ägyptologie und Archäologie als Arbeitnehmer bei der Post. Erst als seine Frau starb nahm er eine Stelle bei einer französischen Grabungsmission in Kairo an. Wenige Jahre später, 1881 wurde er Leiter des Grabungsteams und wurde im Februar 1883 von Auguste Mariette veranlasst eine Karte über das Tal der Könige zu erstellen, woraufhin er dort zu forschen und arbeiten begann. Den Artikeln über Lefebure nach zu urteilen war er nahezu ein "workaholic" im Tal, denn bereits im April 1883 hatte er die Hieroglyphen im gesamten Grab Sethos I. kopiert und war mit der Arbeit im Grab Ramses IV. schon sehr weit vorangekommen. Er forschte, dokumentierte und kopierte die Inschriften verschiedener Gräber, woraufhin 1889 vier Bände mit dem Titel: "Les Hypogées royaux de Thèbes" publiziert wurde. 1884 kehrte er bereits nach Lyon zurück, wo er einen Lehrstuhl für Ägyptologie an der Universität hatte.
Liste der hinzugefügten Gräber zwischen 1889 und 1899 (nach Reeves/Wilkinson 2000):
Howard Carter wurde am 9. Mai 1874 in Kensington, London geboren. Sein Vater - Samuel John Carter - arbeitete als Tiermaler. Howard Carter bekommt bereits mit 17 Jahren eine Anstellung als Zeichner beim EEF (Egypt Exploration Fund), wo er unter anderem in Beni-Hassan und el-Bergsch arbeitet.
Howard Carter
Er leitete die Grabungen zur Freilegung des Grabes Thutmosis IV. (KV43) und Hatschepsuts (KV20) und entdeckte im Februar 1902 KV45 und 1903 KV60. Als eine der größten Leistungen des Chefinspekteurs Howard Carter kann die Installation elektrischen Lichts in einigen Gräbern des Tals gesehen werden. Emma B. Andrews (eine Reisebegleiterin T. Davis') schreibt hierzu:
Im Jahre 1904 wird H. Carter in den Norden versetzt und gibt aufgrund eines Streites mit einer französischen Touristengruppe seine Stellung bei dem Service des Antiquites auf. Zwischen 1905 und 1907 beschäftigt er sich als freischaffender Aquarellmaler. Wenige Zeit später bekommt Carter als Archäologe eine Stellung bei dem Earl of Carnavon, den er als Geldgeber für sich gewinnen kann. Daraufhin kehrt er erneut in das Tal der Könige zurück. Mit Lord Carnavon gräbt er in Dira n'Naga, in Deir el-Bahari, im Westtal und im Hauptwadi (1917-1922). Seine größte Errungenschaft bzw. seinen größten Ruhm verdankt er seiner Entdeckung am 4. November 1922, die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun. Die Freilegungsarbeiten zogen sich viele Jahre hin. Die letzten 17 Jahre seines Lebens verbrachte Carter demnach mit der Analyse und Dokumentation der Grabausstattung Tutanchamuns. Er starb am 2. März 1939 in Kensington, London.
Theodore Davis war ein nicht mehr ganz junger Mann als er aus Gesundheitsgründen nach Ägypten kam. Er war ein reicher Anwalt und Finanzmann aus Newport, Rhode Island. Somit war es ihm möglich verschiedene Ausgrabungen finanziell zu unterstützen bzw. die Kosten vollends zu tragen. Davis war diesbezüglich eine "Schlüsselfigur" im Tal der Könige, denn ohne seine finanziellen Mittel hätten die "Ausgräber" ihren Erfolg vielleicht nicht haben können. Im Nachfolgenden ist eine Liste zu sehen, welche die verschiedenen Ausgrabungen unter Davis auflistet. In der dritten Spalte befinden sich die Namen der "Ausgräber" die für Davis arbeiteten. Diese Liste geht auf Reeves/Wilkinson (2000) zurück:
"Davis-Entdeckungen": einen kleinen Fayencebecher mit dem Thronnamen Tutanchamuns. Das besondere daran war die Tatsache, dass bis zu diesem Zeitpunkt das Grab des Tutanchamun noch nicht entdeckt wurde und dieser Becher somit einer der ersten Hinweise auf die Existenz dieses Königs und seines Grabes war. Als weitere große Entdeckung ist Ayrton das Grab des Siptah aus der 19.Dynastie zuzuschreiben, welches die Benennung KV47 bekam.
John Gardner Wilkinson wurde am 5. Oktober 1797 in Chelsea geboren, verbrachte aber einen Großteil seines Lebens in Ägypten. Seine Hauptaufgabe im Tal der Könige wurde das nachzeichnen und kopieren von Bildern, Darstellungen und Inschriften. In den Jahren 1824 und 1827/28 tätigte er auch einige Ausgrabungen im Tal. Als herausragendes Ergebnis seiner Arbeiten kann die Nummerierung der Gräber gesehen werden. Wilkinson malte bei der neuen Katalogisierung der Gräber eine Nummer an jeden Grabeingang. Diese - seine - Nummerierung ist die bis heute gültige (soweit die Gräber damals bekannt waren), bis auf die Benennung der Gräber im Westtal.
erstellt nach: Reeves (2000): Das Tal der Könige.
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