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Entsehung der Schrift: Annahmen und neue Befunde
Die Entsehung der Schrift wurde bis vor kurzem noch auf einen Zeitraum vor ca. 3000 v.Chr. datiert. Jüngere Ausgrabungen in Abydos zeigten doch ein anderes Bild. Mitarbeiter des Deutschen Archäologischen Instituts konnten in der Nekropolenstadt wenige Kilometer hinter dem Tempel Sethos I. neue Funde zutage fördern, wonach die Entstehung der Hieroglyphen wohl einige Jahrhunderte vor der bis dahin angenommenen Zeit zu datieren ist: "Die Ausweitung der Grabungsarbeiten auf den benachbarten, seit Naqada I belegten, prädynastischen Friedhof U erbrachte die Erkenntnis, daß die Königsnekropole eine weit zurückreichende Tradition hat. Seit ca. 3400 v.Chr. sind dort nur noch Angehörige der Oberschicht und schließlich wohl ausschließlich Herrscher bestattet worden. Unter den Funde aus diesen Elitegräbern, insbesondere dem Grab U-j (Abb.: Grab U-j), das einem prädynastischen König Skorpion I (um 3200 v.Chr.) zuzuweisen ist, sind u.a. die ältesten bisher bekannten, phonetisch lesbaren Zeugnisse der Hieroglyphenschrift (auf Siegeln, Tongefäßen und kleinen Anhängetäfelchen) (Abb.: Schrifttäfelchen mit Herkunftsvermerken aus Grab U-j). Sie geben völlig neue Aufschlüsse über die Entwicklung der altägyptischen Hochkultur und ermöglichen zugleich die weitgehende Rekonstruktion der prädynastischen Herrscherfolge (Dyn. 0) unter denen die schrittweise Vereinigung der beiden Landesteile Ober- und Unterägypten erfolgte." (Deutsches Archäologisches Institut) Damit wird - so S. Wimmer (1997) - erneut die Frage aufgeworfen, ob das antike Ägyptisch parallel zu anderen Sprachen (wie die in Mesopotamien oder dem Iran) und in deren Abhängigkeit entwickelt wurde. Heute ist die allgemein anerkannte Vorstellung, dass das antike Ägyptisch zu einer Familie von Sprachen in Afrika und dem nahen Osten gehört. Die Grundlage für diese These ist beispielsweise in der Grammatik und dem Vokabular dieser Sprachen fundiert, da diese Bereiche eine hohe Ähnlichkeit aufweisen. Demnach wird davon ausgegangen, dass es eine gemeinsame "Ursprache" oder "Ausgangssprache" gab. Wissenschaftler sprechen diesbezüglich von der "afroasiatischen" oder "hamitosemitischen" Sprachgruppe. Dennoch ist anzumerken, dass das antike Ägyptisch keinen Entwicklungsprozess erkennen lässt, wie beispielsweise die Sprache Mesopotamiens. Andererseits ist es durchaus logisch und notwendig, dass eine bestimmte Entwicklung stattgefunden hat, auch wenn wir bis dato keine historischen Funde liefern können, welche diese Theorie bestätigen. Die Hieroglyphen tauchen mehr oder weniger urplötzlich, als fertiges System, das mehr als 3000 Jahre Bestand haben wird, auf. Die ältesten Funde der Schrift beschränken sich nach S. Wimmer (1997) auf einzelne geschriebene Worte. Bereits seit der 1. Dynastie existieren jedoch vollständige Bücher.
Die fünf Phasen der antiken Ägyptischen Sprache und Schrift Nach P. Silverman (1997) kann man fünf verschiedene Phasen der ägyptischen Sprache unterscheiden:
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Zeitdaten und Sprachstufen nach R. Hannig (1995) Älteres Ägyptisch:
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Was die Ägypter über die Entstehung ihrer Schrift glaubten: Für die alten Ägypter war die Entstehung der Schrift ein Geschenk der Götter. Um es genauer zu sagen: ein Geschenk des Gottes Thot. In der Eigenschaft als Mondgott war Thot (der als ibisköpfiger Mensch bzw. als Ibis dargestellt wurde) zuständig für das Kalenderwesen, die Mathematik und die Zeitrechnung. Thot galt als der Erfinder der Schrift und der Sprache wonach die Ägypter die Schrift wohl als vollkommenes fertiges System ansahen, das ihnen von Thot gegeben wurde. Die Hieroglyphen wurden von den Menschen des dynastischen Ägypten
"Mdw-ntr" |