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In diesem Bereich werden die wichtigsten Götter - die zum Verständnis der altägyptischen Religion konstitutiv sind - aufgelistet. Eine ausführliche Darstellung der Götter Ägyptens, weniger bedeutender Gottheiten (und die Gottheiten der Nachbarn) findest du unter: http://www.manetho.de/goetter/index.htm
Amaunet ist die Urgöttin. Mit Amun stellt sie ein Götterpaar da und wurde als "Mutter die Vater war" bezeichnet, da sie als Urgöttin keinen Gatten brauchte. Sie wird als Schlange oder schlangenköpfig mit der unterägyptischen Krone dargestellt.
Ammit (Ammut): Diese Göttin galt als die "große Fresserin", die die Herzen - sofern diese bei dem Totengericht schwerer als die Feder der Maat gewogen wurden - fraß, was den zweiten und endgültigen Tot des Verstorbenen zur Folge hatte. Sie wurde mit dem Kopf eines Krokodils dargestellt und mit dem Körper eines Nilpferdes. Amset: Amset ist der menschengestaltige Kanopengott. Ihm oblag, als Schutzgottheit der Toten, die Bewachung der Leber. Er ist eines der vier Horuskinder, dem der Süden zugewiesen war. Amun, später mit Re zu Amun-Re zusammengefasst, wurde in Menschengestalt mit hoher Federkrone dargestellt. Seit dem Mittleren Reich gilt er als Lokalgott von Waset (Theben). Sein Hauptwohnsitz war Karnak, wo er zusammen mit Mut (seiner Gattin) und Chons (seinem Sohn), als Familientrias von Waset, verehrt wurde. Durch Amun selber bekam die abstrakte Vorstellung von multifunktionalen Göttlichkeit eine Gestalt. Durch seine Verbindung mit dem Fruchtbarkeitsgott Min kann er als sich selber erzeugender Ur- und Schöpfergott Amun-Min-Kamutef gesehen werden und als Verbindung mit Re, als Garant der sich ständig erneuernden Welt sowie als König der Götter und Herrscher der irdischen und himmlischen "Sphäre". Amun "der Verborgene" bildet mit Amaunet ein Götterpaar. Weiterhin verkörpert er den nicht sichtbaren Lebenshauch und bringt Bewegung und Leben in das Chaos. Als "Herr der Throne von beiden Ländern" wird er ab der 18. Dynastie zum Reichsgott. Anat: Anat ist eine westsemitische Göttin, welche seit der Ramessidenzeit auch in Ägypten verehrt wurde. Als Kriegsgöttin wurde sie mit Symbolen des Krieges (Schild, Speer und Streitaxt) dargestellt. Im Volksmund galt sie auch als Schutzgöttin gegen wilde Tiere. Anubis ist der ägyptische Totengott. Seit der Frühzeit ist er als Schutzgott der Nekropolen belegt und wird in Schakalsgestalt oder mit Menschenkörper und Schakalskopf dargestellt. Zusammen mit seiner Mutter, der Kuhgöttin Hesat, und dem Stiergott Mnevis bildet er eine Götterfamilie. In späteren Texten wurde er , laut Schulz, auch als Sohn des Osiris angesehen, während er bei Desroches-Noblecourt als Sohn des Re bezeichnet wird. Als "Herr der Gotteshalle" war er für die Vorbereitung der Leiche zuständig und galt daher als Balsamierungsgott, als Wächter der Geheimnisse und als Totenrichter, der den Verstorbenen in die Unterwelt (Jenseits) begleitet. Beim Totengericht nimmt er die Abwägung der Herzen auf der Waage der Ma'at vor. Sein Kult ist an vielen Orten Ägyptens belegt. Anuket: Sie galt mit Chnum und Seth als Herrin des Nilwassers und der jährlichen Überschwemmung. Verehrt wurde sie in Gestalt des 1. Nilkatarakts, meist mit einer hohen Schilfkrone. Außerdem gilt sie als Herrin der südlichen Grenzlandgebiete. Apis: Der Apisstier wurde seit der Frühzeit in Memphis verehrt. Er war der Fruchtbarkeitsgott und Gott der Zeugungskraft. Als Stiergott galt er als Erscheinungsform des Ptah. Aufgrund eines besonderen Stirnmals (Stirnblesse) und anderen Merkmalen wurde er aus den Viehherden als göttlicher Stier auserwählt. Nach ihrem Tode wurden die heiligen Stiere mumifiziert und ab dem Neuen Reich im Serapeum von Saqqara bestattet. In der Ptolemäerzeit entstand aus der Vereinigung von Osiris und Apis ein neuer ägyptisch-hellinistischer Gott, mit dem Namen Serapis. Apophis: Apophis war ein Schlangendämon, der in der Finsternis hauste und gegen welchen die Sonne beim Auf- und Untergang täglich kämpfen musste. Astarte: Astarte war eine Göttin westsemitischen Ursprungs. Als Herrin der Pferde und Wagen, wie auch als Kriegsötti erfhr sie in Memphis besondere Verehrung. Dort galt sie als Tochter des Ptah. Zunächst ist Aton nur die Bezeichnung für die Sonnenscheibe, später dann eine Erscheinungsform des Sonnengottes Re. Im Neuen Reich wird Aton der Sonnengott der Armanatheologie des Echnaton. Hier wurde er als Sonnenscheibe mit langen Strahlen, welche in Menschenhänden (mit darreichenden Anchzeichen) enden, dargestellt. Aton ist, laut Schulz, die abstrakteste Gottesform, die das pharaonische Ägypten hervorgebracht hat. Er galt als Licht des Tages, welches die Lebewesen belebte. Atum war der Urgott und Schöpfergott von Heliopolis. Sein Name kann sowohl "nicht sein" als auch "vollständig sein" bedeuten. Diese Doppeldeutigkeit weist auf die Schöpfungssituation hin, die sich Atum manifestiert. Atum brachte aus sich die Elemente der Schöpfung und die Vielheit der Seinsformen hervor. Er wurde in Menschengestalt mit königlicher Doppelkrone dargestellt und galt in Heliopolis, dem Hauptkultort, auch als abendliche Form des Sonnengottes. Ihr Hauptkultort lag in Bubastis. Seit dem Alten Reich wurde sie auch in Memphis verehrt und mit der löwengestaltigen Göttin Sachmet in Verbindung gebracht. In Heliopolis galt sie als Tochter des Schöpfergottes Atum. Ihr Wesen wies sich durch Liebenswürdigkeit und Wildheit aus, wie der Charakter einer Katze, wonach sie auch in Katzengestalt dargestellt wurde. Der zauberkundigen Schutzgöttin wurden in der Spätzeit und in der griechisch-römischen Ära unzählige Katzenbronzen geweiht.
Behedeti: Behedeti war der Beiname des Gottes Horus in Edfu.
Benu: Der benu (gr.: Phönix) war der heilige Vogel von Heliopolis. Er galt als Ba des Re und als Erscheinungsform des Osiris. Bes: Bes ist seit dem Alten Reich belegt. Er besitzt eine kleinwüchsige Gestalt und ein fratzeartiges, furcheinflößendes, vollbärtiges Gesicht. Zusammen mit Hathor wachte er über Sexualität und Geburt. Seine magischen Kräfte wurden gegen Krankheiten und Gefahren eingesetzt. Weiterhin wurde er als Gott der Freude und des Tanzes betrachtet. Chepre ist ein altägyptischer Urgott, der Atum und Re gleichgesetzt ist. Er repräsentiert die aufgehende Morgensonne, die aus der Unterwelt aufsteigt, um das Sonnenschiff zu begleiten. Dieser Gott der zyklischen Erneuerung des täglichen Wiedererstehens der Sonne und der Wandelbarkeit ihrer Gestalt wurde in Form des Skarabäus dargestellt. Sein Hauptkultort war Heliopolis. Chnum ist der Schöpfergott und der Gott der Nilquellen. Der in Widder- oder Menschengestalt mit Widderkopf dargestellte Gott war en mit der Entstehung der Lebewesen verbunden. Auf eine Töpferscheibe modellierte er deren Körper und Ka-Seelen. Er Er lässt den Leib im Samen in die Mutter gelangen. Später hilft er zusammen mit der Geburtsgöttin Heket bei der Entbindung. Weiterhin schützt er mit Satet und Anuket die Nilquellen am ersten Katarakt und sicherte somit die Fruchtbarkeit des Landes Kemet (Ägypten). Der wichtigste Kultort war die Insel Elephantine und Esna. Chons war der Mondgott. Der jugendliche Gott, der in der thebanischen Triade die Stelle des Sohnes einnahm, wurde meist mumiengestaltig mit Seitenlocke und Mondsymbol auf dem Kopf abgebildet oder auch als Mensch mit Falkenkopf und Mondscheibe. Ursprünglich wurde er als Unheilbringer verstanden, aber auch als Schutzgott, Helfer in Notlagen und Ratgeber. Dies hat wohl mit der sich wandelnden Gestalt des Mondes zu tun gehabt. Er war der "Herr der Zeit" , der die Jahre der Menschen zählt. Chontamenti: Osiris und Anubis wurden als Chontamenti bezeichnet, was so viel bedeutet wie "der an der Spitze der Westlichen". Mit diesem Ausdruck - der hier in Anführungsstrichen geschrieben steht - wurden die Verstorbenen bezeichnet. Durch den Namen "Chonatmenti" wurde gleichsam auf die Macht der beiden Götter (Osiris und Anubis) über die Totenstadt am westlichen Nilufer verwiesen.
Er war ein schakalköpfiger Kanopengott, welcher den Magen des Verstorbenen bewachte. Im wurde der Osten als Himmelsrichtung zugeordnet. Der menschengestaltige, von Atum erschaffene Erdgott war in den heliopolitanischen Schöpfungsmythos integriert. Er verkörperte die Erde als Teil des Kosmos und sorgt als Schutzgott der Toten für deren Wohl. Zusammen mit Nut, Schu und Tefnut bildete er den Raum, in dem der Sonnengott die zyklische Zeit in Gang setzen konnte. Als erster irdischer Herrscher stand er für die göttliche Rechtmäßigkeit des Königtums. Meist wurde er als Mensch mit der unterägyptischen Krone auf dem Kopf dargestellt. Hapi war der Schutzgott des Leichnams und ein Kanopengott. Ihm war die Lunge des Toten zur Bewachung anvertraut. Weiterhin verkörperte er als Nilgott die Fruchtbarkeit Ägyptens durch die regelmäßig wiederkehrende Überschwemmung des Ackerlandes. Dargestellt wurde er als wohlgenährter Mann mit weiblichen Brüsten und einer Papyruspflanzenkrone. An Stelle des Horus konnten zwei Hapifiguren Ober- und Unterägypten symbolisch für den König vereinen. Als Himmelsrichtung wurde ihm der Norden zugeordnet. Als Kanopengott wurde er mit Affen - oder Paviankopf dargestellt. Harmachis: Harmachis bezeichnet zum Einen den Sphinx von Giseh zum Anderen die
Verbindung von Horus und Re als Sinnbild der den Tod überwindenden Kräfte
der Sonne. Harachte: Harachte war der Sonnengott der aufgehenden Morgensonne. Der als Falke dargestellte Gott ist später mit Re zu Re-Harachte verschmolzen. Harsomtus: Dieser Gott gilt als Sohn der Hathor und des Horus, wobei er gelegentlich - in der Erscheinungsform des Falken - auch mit Horus gleichgesetzt wird. Sein Name (ägypt.: hor-sem-taui) bedeutet Vereiniger der beiden Länder. Als Sohn der Hathor und des Horus wird er meistens als Kind dargestellt, das über einer offenen Lotosblüte sitzt Die kuh- oder menschengestaltige Göttin mit der gehörnten Sonnenscheibe auf dem Kopf war seit der frühesten Zeit mit dem Himmels- und Königsgott Horus verbunden, worauf auch ihr Name "Haus des Horus" verweist. Sie ist die Muttergöttin, Mutter bzw. Gemahlin des Horus und gleichzeitig Mutter des jungen Königs, der von ihr gesäugt wird. Ihr solarer Aspekt wurde durch die Sonnenscheibe verdeutlicht, die zwischen ihren Kuhhörnern erscheint. Sie war in verschiedenste Mythen eingebunden und wurde an zahlreichen Kultorten verehrt. So galt sie nicht nur als Königsgöttin, sondern auch als Liebesgöttin und Muttergottheit, als Schutzherrin bei Geburt und Regeneration, als Sonnen- oder Mondauge, als Herrin der Freude, des Tanzes und der Musik. Durch die Heterogenität ihrer Eigenschaften oder Charakteristika, konnte sie mit fast jeder anderen Göttin verbunden werden oder mehrfigurig erscheinen. Ihr Hauptkultort war Dendera. Der Name Horus bedeutet "Der oben befindliche", "Der Ferne". Der Name wurde mit einer Vielzahl diverser falkengestaltiger Königs- und Himmelsgötter benannt. Die ersten Pharaonen wurden bereits mit als göttlicher Horus angesehen, quasi als Reinkarnation des Gottes Horus auf Erden. Innerhalb der Osiristheologie, in der Horus als Sohn von Isis und Osiris galt, erhielt die Königskomponente eine erweiterte mythische Dimension. Hier rächt Horus Osiris, seinen von Seth ermordeten Vater. Horus wurde auch als Vater des jeweils regierenden Herrschers angesehen, symbolisiert durch die Horusnamen des Königs, die er bei der Thronbesteigung bekam. Ihi: Ihi wurde als Gott des Musizierens und des Tanzens angesehen, was möglicherweise durch die unmittelbare Verwandtschaft zu seiner Mutter Hathor zu erklären ist. Er wurde mit Sistrum dargestellt – demnach mit dem charakteristischen Instrumentarium der Hathor – und wurde mit der aufgehenden Morgensonne gleichgesetzt. Isis stand als Göttin für die königliche Macht, die sie als Gemahlin des Osiris aufgenommen und als Mutter des Horus wieder hervorgebracht hatte. Sie konnte so Dies- und Jenseits mit einander verbinden. Sie war gleichzeitig Mutter-, Frauen-, Geburts- und Totengöttin. Sie ist Tochter des Geb und der Nut. Als Schutzgöttin der Toten wird sie mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt, welche an den Sargwänden dargestellt waren und Schutz bieten sollten. Obwohl sie ursprünglich keinen eigenen Kultort hatte, wurde sie - in Zusammenhang mit dem Osirismythos - landesweit verehrt. In der Spätzeit war ihr Hauptkultort Philae, während sie in der griechisch-römischen Ära eine höchst bedeutende Rolle spielte und im gesamten römischen Reich verehrt wurde. Auf der Insel Philae lässt sich ihr Kult bis ins 6. Jahrhundert n.Chr. nachweisen. Kauket: Sie ist eine der Schöpfungsgottheiten der Achtheit (Ogdoad) von Hermopolis. Sie wird als Gattin des Kuk verehrt. Dieser Gott ist ein Kanopengott und hat die Aufgabe, über die Unterleibsorgane des Toten zu wachen. Seine ihm zugeordnete Himmelsrichtung war der Westen. Kuk: Kuk stellt mit seinem weiblichen Pendant, der Göttin Kauket, eine der vier Schöpfungspaare der Achtheit von Hermopolis dar. Er verkörpert die chaotischen Eigenschaften der Schöpfung ("Finsternis"). Maat ist die Schutzgöttin des Gerichtswesens und Verkörperung der Weltordnung, die auf Wahrheit, Recht und Gesetz beruht und für alle Gültigkeit besitzt. Der Begriff Maat stand somit für die strukturierte Welt, d.h. für Ausgewogenheit, Ordnung, Kultur, Schöpfungskraft und ethische Werte. Maat war damit der Gegenpol zu allem, was ungeordnet, zerstörerisch, ungerecht und chaotisch, aber mächtig war. Die Hautaufgabe jedes Königs war es , die Maat zu garantieren und so die Welt zu erhalten. Die Göttin Maat war die Personifikation dieses Prinzips. Sie wurde menschengestaltig mit einer Feder auf dem Kopf dargestellt. Ihr Haupttempel befand sich in Karnak. Min war der Fruchtbarkeitsgott. Namentlich ist er einer der am frühesten nachweisbaren Götter. Überlebensgroße Statuen wurden bereits Ende des 4 Jahrtausends v.Chr. entdeckt, welche in Koptos errichtet wurden. In der dynastischen Ära wurde er mit aufgerichtetem Phallus dargestellt. Weiterhin mit hocherhobenen Arm, mit einer Geißel in der Hand und Federkrone auf dem Kopf. Menet: Löwengestaltige Göttin, die als das Auge des Re galt. Zu unterschieden von Sachmet. Month: Dieser Gott wurde mit Falkenkopf, Federkrone, Sonnenscheibe und zwei Uräusschlangen dargestellt. Belegt ist er seit dem Alten Reich Seine Kultorte waren Armant, Tod, Medamud und Theben. In Form des Kriegsgottes kämpfte er gegen Götterfeinde und stand als eben dieser dem Pharao in Kriegszeiten bei Seite. Im Mittleren Reich wurde ihm weiterhin ein Stierkult zugeordnet. Mut war die Himmelsgöttin, die "Herrin des Himmels". Sie war die Allmutter, Mutter der Mütter. Sie wurde Menschengestaltig mit einer Geierhaube und Doppelkrone dargestellt. Seit der Ära des Neuen Reiches bildet sie mit Amun (ihrem Gemahl) und mit ihrem Sohn Chons die thebanische Triade. Ihr Name wird mit einem Geiersymbol geschrieben und bedeutet "Mutter". Seit der 18. Dynastie bilden das thebanische Götterpaar auch die Eltern es Königs. Im Tempel von Karnak erhielt sie unter dem Namen "Herrin von Ascheru" einen eigenen Kultplatz. Nechbet war die Landesgöttin von Oberägypten. Sie trat in Gestalt eines Geiers oder einer Frau mit Geierhaube auf. Aufgrund ihrer Verbindung zu Oberägypten wurde sie bevorzugt mit der Weißen Krone Oberägyptens dargestellt. Ihr unterägyptisches Pendant ist die Schlangengottheit Uto. Nechbet schützte und säugte das Kind des Königs, wonach sie auch Geburts- und Schutzgöttin war. Ihr Hauptkultort war Elkab, im dritten oberägyptischen Gau. Nefertem besaß eine enge Beziehung zu dem Sonnengott, mit welchem er eine "Wesensgemeinschaft" eingehen konnte. Verehrt in einer Lotosblühte galt er als "Lotosblume an der Nase des Re" oder wurde auch als "Lotosblühte, welche aus dem Urozean erscheint" beschrieben. Er galt zugleich auch als jugendliches Sonnenkind. Nefertem wurde meist in Menschengestalt mit dem Symbol der federbekrönten Lotosblume abgebildet. Gemeinsam mit Sachmet und Ptah wurde er in Memphis als weitere Gottestriade verehrt. Neith galt zunächst als Waffen- und Kriegsgöttin. Sie war eine der Urgöttinnen die den Sonnengott Re geboren hat. Dargestellt wird sie in Menschengestalt mit den Kriegssymbolen Pfeil und Bogen und der unterägyptischen Krone. Im Alten Reich wurde sie als königliche Schutzmacht verehrt, ihr Hautkultort war Sais im Delta . Später, zur Zeit der 26. Dynastie war sie besonders populär, da die Könige dieser Ära aus diesem Gebiet stammten. Weiterhin avancierte sie sogar in Esna zur Schöpfungsgottheit. Als weiteres Symbol gilt das Schild mit gekreuzten Pfeilen. Sie wurde als Toten- und Grabgöttin verehrt. Zusammen mit Isis bewacht sie die letzte Pforte der Unterwelt, durch welche der Sonnengott zur Oberwelt reist. Sie beweinte und belebte mit Isis die Verstorbenen. In der berühmten Neunheit von Heliopolis war sie die Tochter von Geb (Erdgott) und Nut (Himmelsgöttin). Damit war sie zugleich eine Schwester von Osiris, Isis und Seth. Sie wurde mit ihrer Namenshieroglyphe dargestellt und war oft mit Flügelarmen abgebildet. Nun: Er gilt als Personifikation des Urgewässers, aus welchem das erste Land entstand, der sogenannte Urhügel. Mit seinem weiblichen Pendant Naunet bildete er in der Schöpfungsachtheit von Hermopolis das erste der vier Urgötterpaare, welche man mit froschgestaltigem Kopf wiedergab. Nut war die Himmelsgöttin und gleichzeitig Tochter von Schu und Tefnut. Sie wurde sehr oft in Gräbern dargestellt, wo sie als nackte Frau dargestellt wird, deren Körper sich über die Erde wölbt. Sie verschlingt symbolisch am Abend die Sonne, welche durch ihren Körper wandert, um am Morgen wieder neu zu gebären. In Texten heißt es "Ihr Hinterteil ist im Osten, ihr Kopf im Westen" oder auch: "Die Sonne erscheint zwischen den Schenkeln der Nut". Sie galt auch als Schutzgöttin der Toten, die sie in den Himmel aufnimmt. Galt als Kampfgott oder Personifizierung des königlichen Jägers und Kriegers. Sein Haupt zieren vier Federn und eine Lanze. Er wird als mumiengestaltiger Gott mit Atefkrone aus Pflanzenstengeln und Straußenfedern abgebildet. Er ist der Königs- und Totengott, der Sohn von Geb und Nut. Im Osirismythos wird er von seinem Bruder Seth ermordet und zerstückelt. Seth ist der Gegenpol zu Osiris. Der beständige Kampf der Gegner war somit Grundlage für für den ägyptischen Schöpfungsansatz und der Tod des Osiris - nach dem Ermorden und der Zerstückelung - war Voraussetzung für das Entstehen des Jenseits. Isis und Nephthys belebten Osiris wieder und danach zeugte er Horus, seinen Sohn, der im Diesseits den Kampf gegen Seth weiterführte. Osiris war als Totengott und Totenrichter die Verkörperung der gerechten Weltordnung im Jenseits. Durch seine Rolle als Herrscher des Jenseits war er mit den Königsinsignien Krummstab und Wedel ausgestattet. Sein Hauptkultort lag in Abyos, wo sich auch seine mythische Begräbnisstätte befand. Er war der Stadtgott von Memphis (Hauptkultort) und später auch Reichsgott, sowie Gott der Handwerker und Künstler. Ab dem Neuen Reich wurde er auch Schöpfergott, welcher das Erdachte durch die Kraft seiner Worte ins Leben ruft. In Memphis wurde er mit verschiedenen Göttern in Verbindung gebracht, wodurch die Gottheiten Ptah-Sokar-Osiris, oder Ptah-Tatenen entstanden. Unter den Ramessiden gehört Ptah, neben Amun und Re zur "Reichstriade". Als Schützer der Handwerker und Künstler wurde er in der griechischen Mythologie mit Hephaistos gleichgesetzt. Dargestellt wurde er als Mensch in einer Mumienhülle mit zwei zeptertragenden Händen. Der falkenköpfige Sonnengott Re trat bereits im Alten Reich als Re-Harachte auf, welcher den morgentlichen Aspekt der Gottheit wiederspiegelte. Er unterlag als Sonnengott der Vorstellung, in einer Barke mit Maat und Thot über de Tagehimmel zu reisen. In der Nacht fährt er mit seiner Abendbarke, um den Toten Licht und Ordnung zu bringen. Der wichtigste Kultplatz lag seit dem Alten Reich in Heliopolis, der Sonnenstadt, während die Herrscher der 5. Dynastie spezielle Bauten, die Sonnenheiligtümer bei Abusir, für den Re-Kult errichten ließen. Das wohl berühmteste Heiligtum des Re-Harachte wurde unter Ramses II. (auch bekannt als Ramses dem Großen) in Abu Simbel erbaut. Ab der 4. Dynastie trugen die Phraonen die Bezeichnung "Sohn des Re" in ihrer Titulatur, was auf die besondere Gottesbeziehung jedes Herrschers zu Re wiederspiegelt. Es gab auch eine Verbindung zu Atum, was dem zur Folge Re-Atum zum Schöpfergott werden ließ, welcher Licht und Wärme als Grundbedingungen des Lebens gewährt. Sachmet war eine löwengestaltige Kriegsgöttin, mit einer Sonnenscheibe auf dem Kopf. Sie sollte die Feinde des Königs bekämpfen. Gleichzeitig galt sie auch als Arzt- oder Heilsgöttin. Besondere Verehrung fand Sachmet in Memphis, wo sie mit Ptah und ihrem gemeinsamen Sohn Nefertem eine Götterfamilie bildete. In einem altägyptischen Mythos vernichtet "die Mächtige" (so ihr Name) die Feinde des Sonnengottes Re oder des Osiris. Weiterhin unterstützt sie den König bei dem Kampf gegen seine Feinde, wo es heißt: "Seine Pfeile fliegen hinter seinen Feinden her, wie die der Sachmet." Satet: Sie war die Ortsgöttin von Sehel, Herrin von Elephantine und Nubien. Später wurde sie als "Herrin der Sterne" mit Sothis gleichgesetzt. Auf der Insel Elephantine bildete Satet mit Chnum und Anuket eine Göttertriade. Des weiteren bewachte Satet als Kataraktengottheit die Südgrenze und galt als Spenderin des "kühlen Wassers, das aus Elephantine kommt". Sie wurde mit der Krone Oberägyptens dargestellt, an welcher seitlich Gazellenhörner zusätzlich angebracht waren, dargestellt. Schu war der Luftgott. Er wurde der Sage gemäß vom Urgott Atum, mit seiner Schwester Tefnut, aus dessen Mund geboren. Im Schöpfungsmythos trennte er Erde und Himmel von einander. Selket: Sie war die Schutzgöttin des Lebens und der Toten. Besonders war sie die Schutzgöttin des Pharaos, indem sie zusammen mit Neith das Elternpaar trägt, das den König zeugt. Die Göttin wurde in Gestalt eines Menschen mit Skorpion auf dem Kopf verehrt (manchmal auch nur als Skorpion) . Im Totenglauben spielt sie eine wichtige Rolle. Zusammen mit Isis, Nephtyhs und Neith schützt sie die Eingeweide der Verstorbenen, wie auch dessen mumifizierten Leib. Seschat: Die Göttin wurde seit der frühesten Zeit in das Ritual der Tempelgründung (Festlegung des Tempelgrundrisses) eingebunden. Als Schwester von Thot gilt sie als Sachverwalterin der Schreib- und Rechenkunst, wo sie unter anderem bei der Krönung des neuen Pharaos tätig war, bei der Verzeichnung dessen Jubiläen und seiner Regierungsjahre. Er war der Gott des Kampfes und der Kraft sowie des der bösen Mächte. Im Osirismythos vertrat Seth, der Bruder des Osiris, das Chaotische , das wilde Element und ermordete Osiris. Anschließend kämpfte er mit dessen Nachfolger und Sohn Horus um die Herrschaft. Seth wurde auch als Sturm- und Wettergott gesehen, wonach er häufig als "Herr der Wüste und der Fremdländer" bezeichnet wurde. Er ist Sinnbild für die Auseinandersetzung der Menschen. Sein Symbol war das Seth-Tier. Sobek: Dieser Gott wurde als Krokodil, oder als Mensch mit Krokodilskopf dargestellt. Seit dem Mittleren Reich gehörte das alte Schedet im Fajjum und in der griechisch-römischen Ära der oberägyptische Gau Kom Ombo zu den seinen wichtigsten Kultorten. Sobek galt als Fruchtbarkeitsgott, konnte gelegentlich auch Ur- und Schöpfungsqualitäten erhalten. Sokar: Der falkenköpfige oder falkengestaltige Gott war ursprünglich der Totengott der Nekropole von Memphis. In Beziehung zu Ptah und Osiris wurde er auch als Ptah-Sokar-Osiris verehrt. Zusammen mit Schu (dem Luftgott) bildete die löwengestaltige Tefnut in der Weltschöpfungslehre das erste Götterpaar von Heliopolis. Thoeris: Sie war die Geburtsgöttin und daher wurde sie als aufrecht stehendes, trächtiges Nilpferd dargestellt. Sie beschützte die Frauen bei der Geburt und beim Stillen. Seit dem Alten Reich wurde Thot landesweit verehrt. Er zählte zu den überragenden Götterfiguren des altägyptischen Pantheons. Thot war der Mondgott, "Silberner Aton" und war damit zuständig für das Kalenderwesen . Somit war er der Herr der Zeit und Rechner der Jahre. Er verzeichnete die Regierungsjahre des Pharaos und schrieb dessen Namen und Titel auf die heiligen Blätter des Isched-Baumes von Heliopolis. Er war der Erfinder der Schrift, der Sprache und der Rede, die alles Wissen vereint. Weiterhin war er Hüter der göttlichen Ordnung und aller Rituale, wie auch des geheimen Wissens. Aus diesem Grund ernannten ihn die Schreiber zu ihrem Schutzgott und Schutzpatron. Im Jenseits, bei dem Totengericht, achtete Thot auf die Wägung der Herzen und protokollierte für Osiris das Ergebnis. Im Osirismythos findet Thot das verlorene und ausgelaufene Auge des Horus und heilt es. Dargestellt wird er in Ibisgestalt oder als Mensch mit Ibiskopf. Sein Hauptkultort war Hermupolis. Uto (Wadjet): Sie galt als Landesgöttin Unterägyptens und wurde in einer Schlangegestalt abgebildet. Ihr Heimatort war Buto. Uto und Nechbet, die Geiergöttin von Oberägypten (Elkab) waren die "beiden Herrinnen der beiden Länder". Sie sollten dem König Schutz verleihen. Als Schlangengöttin sollte sie Fruchtbarkeit schenken. Sie war Göttin der geheimnisvollen und überirdischen Kräfte der Königskrone. "Die Zauberreiche" wurde meist als Frau mit Löwenkopf abgebildet. Darüber hinausgehend nährte sie das königliche Kind. |