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Genealogie - Herkunft der Hatschepsut
Königstitulatur der Hatschepsut
Der el-Bahri - der heilige Amun-Tempel
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Der Name der großen Pharaonin ist vielen Menschen ein Begriff. Sie kennen die Königin durch großartige Bauwerke, wie den Hatschepsut-Tempel in Der-el-Bahari, durch die Vernichtung ihrer Namenskartuschen, durch das nicht Auffinden ihrer Mumie oder durch die Tatsache, dass eine Frau den Pharaonenthron bestieg, vielleicht auch einfach nur aufgrund diverser Erzählungen und Berichte von Verwandten, Freunden oder Reiseführern. Um etwas Licht in das Dunkel zu bringen, werde ich hier auf bestimmte, m.E. wichtige Daten und Geschehnisse im Leben der Maat-ka-Ra eingehen.
Genealogie – Herkunft der HatschepsutFest steht lediglich die Tatsache, dass sie - bei Annahme der Erbprinzessinnentheorie – königlichen Geblütes war, um durch Heirat Thutmosis I zu legitimitieren. Königin Hatschepsut wurde als Tochter Thutmosis I und Ah-mose geboren. Thutmosis I. hatte eine zweite Gemahlin: Mutnofret. Sie gebar ihm den Thronfolger Thutmosis II. Da auch er „nur“ von einer Nebenfrau war, bekam er als Pharao durch die Heirat mit Hatschepsut, der Erbprinzessin und Königstochter, den legitimen Anspruch auf den Thron der beiden Länder. Neben Hatschepsut hatte auch er eine weitere Nebenfrau, Isis, welche ihm Tuthmosis III. gebar. Hatschepsuts Brudergemahl herrschte aber nicht lange über Kemet, die schwarze Erde, so dass eigentlich der junge „Falke im Nest“ Thutmosis III Pharao werden sollte. Hatschepsut übernahm jedoch die Regentschaft für ihren Neffen und Stiefsohn, bis dieser alt genug war den Thron zu besteigen. Hatschepsut – die Pharaonin
Den legitimen Anspruch auf den Thron versucht Hatschepsut Maat-ka-Ra durch ihre „göttliche Herkunft“ zu sichern. Darstellungen sprechen von ebendieser göttlichen Herkunft und ihrer Geburt auf Erden. Hier heißt es, dass der Gott Amun, ihre Mutter die Königin Ahmose verführt habe. Er soll die Gestalt Thutmosis I angenommen haben und seinen göttlichen Samen in den Schoß Ahmoses gelegt haben. Durch ein überirdisches Parfüm, welches eine überschwängliche Verliebtheit bei der Königin auslöste, gab sich Amun zu erkennen. Des weiteren setzte sie auf das Orakel der Götter. Im Tempel von Karnak soll die Statue des Amun, bei einer Festprozession, während des Opet-Festes, zu sprechen begonnen haben und verkündete, dass Hatschepsut Pharao werden würde. Das Orakel endete mit den Worten: „Du bist die, die an der Spitze aller Lebenden steht“ (Jacq, 1996). Durch diese zweifach Erwählung – einmal durch Amun in Gestalt ihres Vaters und durch den Orakelspruch – hatte Hatschepsut den legitimen Anspruch auf den Thron der beiden Länder.
Königstitulatur der Hatschepsut
Deir el-Bahri – der heilige Amun Tempel
In der Säulenhalle kann man scheinbar lebendige Szenen erkennen, die mit einer außerordentlichen Eleganz eingemeißelt wurden. Selbst nach Hatschepsuts Tod pilgerten die Ägypter zu diesem Tempel, um Amun zu ehren. Nach Jacq kamen die damaligen Menschen unter anderem zu dem Tempel, damit physische und psychische Krankheiten geheilt werden konnten oder um sich dort pflegen zu lassen (Jacq 1996). Im 4.-5. Jahrhundert n.Chr. wurde der Tempel zum letzten Mal von christlichen Mönchen bewohnt.
Die Reise nach Punt
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| „Große
Fürstin, gelobt an Beliebtheit, groß an Liebe, der ihr Vater Ra das Königtum
gegeben hat, die wahr in der Meinung der Götterneunheit ist, Königstochter,
Königsschwester, Gottesgemahlin, Große Königliche Gemahlin
Hatschepsut, die leben möge, geliebt von Satis, Herrin von Abu, geliebt
von Chnum, dem Herren der Katarakte. Berichten über diese Arbeit an die
Gottesgemahlin, die Gebieterin der beiden Länder insgesamt, durch den königlichen
Siegelbewahrer, den großen Freund und Beliebten, den großen Vermögensverwalter,
Senen-mut, den Gerechtfertigten. Kommen des Erbprinzen, des Fürsten,
des großen Vertrauten der Gottesgemahlin, dessen Worte der Herrin der
beiden Länder gefallen, des Schatzmeisters des Königs von Unterägypten,
des Oberdomänenverwalters der Prinzessin Neferu-Ra – sie möge leben
-, Senen-muts, um die Arbeit an den beiden Heh-Obelisken zu inspizieren.
Alles was getan wurde, geschah so, wie es befohlen worden war; es
geschah wegen der Macht Ihrer Majestät.“
(Quelle: Kemet, 1/2001) |
Laut Kemet 1/2001 geben die Titel der Hatschepsut Aufschluss darüber, um welches Obeliskenpaar es sich handelt. Da hier der Thronname „Maat-ka-Ra“ noch nicht erscheint, sondern lediglich alle anderen Titel wie Große Königliche Gemahlin, etc. muss es sich um das erste Obeliskenpaar handeln. Die Tatsache, dass sich am Pyramidion Reste ihrer Königskartusche „erahnen“ lassen, weisen auf den Umstand, dass sie wohl zur Zeit ihrer Krönung aufgestellt wurden.
Das zweite Obeliskenpaar:
Dieses Paar wurde anlässlich des Heb-sed Festes errichtet. Es befindet sich in der Festhalle Thutmosis I, dem Vater der Hatschepsut, zwischen dem 4. und dem 5. Pylon. Sie befinden sich in der Nähe des Obeliskenpaares ihres Vaters und überragen diese um 10 Meter. Sie haben jeweils ein Gewicht von 323 Tonnen. Aufgrund einer Inschrift auf einem Reliefblock in der „Roten Kapelle“, auf welchem unter anderem der Aufstellungsort genannt wird, geht eindeutig die Identifikation des Obeliskenpaares als „zweites“ Paar hervor. Heute steht nur noch einer der beiden Obelisken des letzten Paares; der andere befindet sich abgebrochen am Ufer des heiligen Tempelsees. Hatschepsut selbst betonte, dass ihr Herz sie anleitete für Amun ihren Gottvater die Obelisken aufstellen zu lassen:
| „Ich
saß in meinem Palast und gedachte meines Schöpfers. Mein Herz leitete
mich, für ihn zwei Obelisken aus Elektron zu errichten, deren Spitzen
den Himmel berühren würden, in der ehrwürdigen Säulenhalle zwischen
den beiden großen Pylonen des Königs, des starken Stiers, des Königs
von Ober- und Unterägypten Aa-cheper-Ka-Ra, des seligen Horus.“
(Urk. IV. 365) (Quelle: Kemet 1/2001) |
Hatschepsut regierte Kemet ca. 20 Jahre lang. Es gibt keinerlei Belege für einen unnatürlichen Tod, Verbannung oder ähnliches. Tuthmosis III nahm in den letzten Regierungsjahren seiner Stiefmutter und Tante eine weitegehend militärisch bedeutungsvolle Rolle ein. Er war Oberbefehlshaber der Armee und unternahm bereits Expeditionen (Sinai) und Feldzüge (exemplarisch Nubien und Maau). Die Archäologin Joyce Tyldesley gibt eine Regierungszeit von 22 Jahren und 6 Monaten an, was mit denen nach Clauss (22 Jahre – 1479-1457) übereinstimmt.
J.H. Breasted gibt für das Hinscheiden der Königin einen Zeitraum zwischen dem Jahr 20 und 21 an: „In den Bergwerken der Sinaihalbinsel wurde noch in ihrem 20. Jahre gearbeitet; zwischen dieser Zeit aber und dem ende des 21. Jahres finden wir Thutmosis III. als Alleinherrscher – die große Königin muß unterdes gestorben sein“ (Breasted, 1957 – Lizenzausgabe 2001). Die Datierung von Beckerath stimmt in etwa mit dieser überrein. Er gibt als Regierungsdaten die Jahre 1478 (1473 ohne die ersten Jahre von Thutmosis III.) bis 1457 an, was einer Regierungszeit von 21 Jahren entspricht. Im Allgemeinen kann man sagen, dass Hatschepsut Maat-ka-Ra etwas mehr als 20 Jahre Ägypten regiert hat.
Ursprünglich wurde fälschlicherweise unterstellt, dass Thutmosis III, unmittelbar nach dem Tod seiner Stiefmutter und Tante mit der Tilgung ihrer Namenskartuschen begonnen haben soll. Neuere Untersuchungen an den sogenannten Hatschepsut-Kammern im Tempel von Karnak zeigen, dass die Zerstörung der Namenskartuschen, Statuen, etc. zwar unter Thutmosis III. stattfanden, aber wohl eher im späteren Verlauf seiner Regierungszeit.
Als Hatschepsut noch Große Königliche Gemahlin des Thutmosis II. war, wurde für sie ein Grab im Wadi Sikket Taquet el-Zaid angelegt, welches 1916 von Carter entdeckt wurde. Dieses Grab blieb allerdings unvollendet und wurde möglicherweise aufgegeben, als Hatschepsut zur Pharaonin erhoben wurde.
Als rechtmäßiger „Pharao“ bekam Hatschepsut ein Grab im Tal der Könige, welches heute die Bezeichnung KV20 trägt. Es besteht laut Jacq (1992) aus einer Serie von Gängen, welche bis 97 Meter in die Tiefe reichten und welche sich auf 213 Metern entfalteten. Mehrere Archäologen und Ägyptologen wie John G. Wilkinson, James Burton, etc. versuchten das Grab, welches am Rande eines Abhangs gelegen ist, freizulegen, jedoch ohne Erfolg. Im Jahre 1903 machten sich schließlich Howard Carter und Theodor Davis daran, das Grab vollständig freizulegen.
Hierbei stellten sich ihnen jedoch einige Schwierigkeiten in den Weg, wie Staub und Hitze, Sauerstoffmangel, Schutt und schlechtes Licht. Nachdem Carter das Ende des Grabes erreicht hatte, konnte er Fragmente entnehmen, wie Steinvasen, auf welchen die Namen der Königin Ahmose-Nefertari, diejenigen des Thutmosis I. und die von Hatschepsut selbst eingeschrieben waren. In der Begräbniskammer fand Carter zwei Sarkophage aus Quarzit, wobei einer der beiden für Hatschepsuts Vater Thutmosis I. bestimmt war, der andere für die Pharaonin selbst.
Durch die besonderen Ausmaße des Grabes vermutete Romer, dass das Grab KV20 von Ineni, dem Baumeister und Bürgermeister von Waset (Theben) zur Zeit Thutmosis I., für diesen erbaut wurde. Wahrscheinlich ließ Thutmosis III. ein neues Grab (KV38) für Thutmosis I. bauen und überführte die Mumie „des Gerechtfertigten“ in dieses neue Grab. Die Mumie der Pharaonin wurde bis heute nicht eindeutig identifiziert oder vielleicht auch noch gar nicht gefunden. Aus den Überresten ihres Begräbnismobiliars ist lediglich ein Kästchen mit der Königstitualtur übriggeblieben, welches wahrscheinlich die mumifizierte Leber der Königin beherbergte und in der 21. Dynastie bei einer Bestattung wiederverwendet wurde. Weiterhin wurde eine Kanopentruhe aus Alabaster gefunden, welche, wie auch der Quarzitsarg, heute im Museum von Kairo ausgestellt sind.