Heilpflanzen der alten Ägypter

An dieser Stelle soll aufgeführt werden welche Heilpflanzen die alten Ägypter verwendeten und vor allem woher man dies weiß. Zeitgemäße Verwendungen werden hier nicht aufgeführt. 

 

Alraune Feigenbaum Honig Hülsenfrüchte Koriander Küchenzwiebel Pfeffer Rizinus

Alraune

Die Alraune, die teilweise auch als Mandragora-Pflanze bezeichnet wird, wurde erstmals im Grab des Tutanchamun entdeckt. Dort war sie in einen Blütenkragen verflochten. Dies stellte - so Curic (1999) - eine kleine "Sensation" dar, denn bis zu diesem Zeitpunkt war lediglich bekannt, dass die Mandragora-Früchte im benachbarten Griechenland, als Heil- und Zauberpflanze Anwendung fand. In wieweit diese auch in der ägyptischen Medizin verwendet wurde kann nicht gesagt werden. Allerdings lassen sich in Verbindung mit derer Wirkung Spekulationen anstellen. Die Wurzel der Alraune enthält Betäubungssubstanzen (etwa Tropanalkaloide Scopolamin und Hyoscyamin), woraufhin diese möglicherweise  - wie bei den Griechen - als Betäubungs- und Schlafmittel verwendet wurde (ebd.).  

Feigenbaum

Der Feigenbaum (ficus carica) bzw. Bestandteile dessen sind schon seit alters her in Ägypten bekannt. Dies dokumentieren exemplarisch in Gräbern gefundene Feigen. Aber auch in den medizinischen Papyri werden "Rezepte" mit Feigenfrüchten als Inhaltsstoff angeführt. Die Feigenfrüchte haben eine leicht abführende Wirkung, woraufhin diese im medizinischen Bereich bei Verstopfungen, Bauchkrankheiten oder zum Bekämpfen von Schmerzen eingesetzt wurden. 

Honig

Honig wurde oft zur Blutstillung als auch zur Empfängnisverhütung verwendet (da der Honig die Spermien verklebte). Dem Honig kommt des weiteren eine bakterizide Wirkung zu Gute, so dass er in der "ambulanten" und "häuslichen" Medizin oft  angewandt wurde. Andere Arzneien wurden vorrangig aus Heilkräutern, Mineralien und tierischen Bestandteilen hergestellt. 

Hülsenfrüchte

In den medizinischen Überlieferungen finden sich viele Rezepte, in welchen Hülsenfrüchte wie etwa Bohnen, Erbsen oder Linsen als Substanzen verwendet wurden. Die Hülsenfrüchte wurden vor allem zur Heilung von Entzündungen, Geschwüren, Wunden und zur Kräftigung des Körpers verwendet. Was genau die alten Ägypter als Wirkstoffe darin sahen, kann nur spekuliert werden. 

Koriander

Der Koriander war in Ägypten beheimatet, wurde dort angebaut und demnach auch vielseitig verwendet. Wahrscheinlich wurde er in der Küche vielseitig genutzt. Daneben fanden sich aber auch Korianderspuren im Grab des Tutanchamun. Die Gewürzpflanze wurde aber auch als Heilmittel eingesetzt. Curic erwähnt diesbezüglich vor allem die Verwendung bei Magenverstimmungen, Hautflechte und bei Kopfschmerzen. 

Küchenzwiebel

Die Küchenzwiebel wird fachterminologisch auch als Allium cepa bezeichnet. Sie galt in Ägypten sowohl als Nahrungsmittel als auch medizinisches Heilmittel. Als Heilmittel wurde die (Küchen-)zwiebel aufgrund ihrer antibiotischen und desinfizierenden Wirkung verwendet. Demnach fand sie bei der Behandlung von Infekten der Verdauungsorgane und Würmern Anwendung.

Pfeffer

Die wohl - auf den ersten Blick - eigenartigste Erkenntnis ist die, dass der Pfeffer unter anderem bei der Mumifizierung verwendet wurde. So fanden sich Pfefferkörner in der Nase und der Leibeshöhle Ramses des Großen (II.). Der Pfeffer (Piper nigrum) wurde wahrscheinlich aus Indien importiert. Über den Grund warum der Pfeffer bei der Erhaltung des Körpers nach dem Tode genutzt wurde lässt sich nur spekulieren. A. Curic vermutet diesbezüglich, dass der aromatische Duft, welchen die Körner absondern, dabei eine Rolle gespielt haben könnte. Da der Pfeffer in der Antike sehr teuer war, wurde er wahrscheinlich auch nur in seltenen Fällen als Inhaltsstoff einer Medizin verwendet. 

Rizinus

Rizinus wurde bei Kopf- und Bauchschmerzen verwendet, fand aber auch als Arzneimittel gegen Schlangenbisse, als Abführmittel und als Haarwuchsmittel Anwendung.  Im Papyrus Ebers findet sich ein Abschnitt der Rizinus mit Kopfschmerzen in Verbindung bringt:

"Die Kenntnis von dem, was man aus der Rizinuspflanze zu machen pflegt, als etwas, das gefunden ist in Schriften alter zeit, als etwas für die Menschen Nützliches.

Man zerkleinert ihre Wurzeln in Wasser, werde gegeben an den Kopf, der schmerzt; dann wird er sofort gesund wie einer, der nicht schmerzt. [...]

Quelle: A. Curic 1999, 255-256

 

Sellerie

Das im fachwissenschaftlichen Bereich bezeichnete Apium graveolens (Sellerie) wurde vielfältig als Arzneimittel verwendet. Es wurde vor allem bei Blasenerkrankungen, Leber- und Nierenleiden, Augen- und Zahnerkrankungen sowie bei Geschwüren oder Gliederschmerzen eingesetzt.

 

Tausendgüldenkraut

Das Tausengüldenkraut - das zwischen Juni und Juli gewonnen wird - wurde bei gynäkologischen Behandlungen verwendet, wie etwa bei vaginalen Beschwerden oder Brustkrankheiten (ebd.).

 

Wachholder

Die Beeren des Wachholderbaumes wurden in fast allen Bereichen der Medizin verwendet. So exemplarisch bei der Behandlung von Geschwüren, Blasenerkrankungen, allgemeinen Schmerzzuständen, Probleme bei den Harnorganen, etc. A. Curic führt diesbezüglich an, dass die Wachholderbeeren auch dazu dienten die unbekannten Krankheiten zu beheben, also all jene die von den Geistern und Dämonen verursacht wurden. 

 

Weihrauchbaum

Neben der enorm wichtigen Verwendung bei der Mumifizierung und den täglichen religiösen Ritualen wurde Weihrauch auch bei rheumatischen und und äußeren Erkrankungen angewendet. Durch seine antiseptische und desinfizierende Wirkung wurde er auch auf vielfältige Weise in der Medizin eingesetzt.