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Papyri
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Ebers:
Der Papyrus Ebers stellt den umfangreichsten medizinischen Papyrus des Alten Ägypten dar. Man könnte ihn als eine Art Medizinbuch bezeichnen. Er ist etwa 3550 Jahre alt und wurde 1873 von dem Leipziger Professor Georg Ebers (1837-1898) gekauft. Bereits 9 Jahre zuvor wurde der Papyrus von Edwin Smith in Luxor erstanden; allerdings ist unklar von wem der Papyrus gekauft wurde.
Ausschnitt aus dem Papyrus Ebers Der Ebers Papyrus (Ausschnitt links) besteht aus 110 Textspalten und wird etwa auf das Jahr 9 der Regierung Amenhotep I. datiert. Dieses Dokument ist jedoch weniger spezifisch als der Papyrus Edwin Smith, enthällt dennoch eine Vielzahl von unterschiedlichen Heilungsmethoden, wie beispielsweise gegen Kahlheit, inneren Erkrankungen oder Brustbeschwerden. Aus dem Inhalt geht hervor, dass verschiedene "Rezepte" oder "Medikamente" sehr viel älter sind. So wird exemplarisch bei einer Beschreibung von Blutgefäßen erwähnt, dass dieses Wissen aus der Zeit des Usaphais stammt, einem König der 1. Dynastie. Der Papyrus besteht aus einer Myriade von unterschiedlichen medizinischen Texten, die unter anderem Hinweise auf Rizinusrezepte, Haarwuchsmittel, auf eine Behandlung bei Husten, Fieber oder Kopfschmerzen geben. Insgesamt beinhaltet der Papyrus 811 Rezepturen gegen medizinische Leiden und zählt 700 verschiedene Medikamente auf. Anmerkung: Der Papyrus Ebers wird in Leipzig in einer Sonderausstellung ausgestellt.
Der Papyrus Kahun wurde von Sir William Flinders Petrie im April 1888/89 bei Ausgrabungen in der Nähe von Lahun, in einer Arbeitersiedlung "Medinet-Kahun" (LÄ) entdeckt. Er wurde 1898 von Griffith ins Englische übersetzt und die wichtigsten Papyri publiziert. Er ist etwa in die Zeit 2100-1900 v.Chr. zu datieren, in die Zeit der 11./12. Dynastie (MR), da in den Kahu-Papyri Texte gefunden wurden die in die Zeit von Sesostris III. und Sechemre-chutowi zu datieren sind. Er beinhaltet 3 Seiten mit Rezepturen bzw. Medikamente gegen gynäkologische Leiden. So gibt er Hinweise auf Schwangerschaftstests, Empfängnisverhütung oder Hinweise auf die Behandlung "hysterischer" Krankheiten. Die Kahun-Papyri enthalten weiterhin Priester-Listen, Inventare der Tempel, verschiedene Auflistungen, wenige literarische Texte - exemplarisch den Hymnus an den lebenden König Sesostris III.-, veterinärmedizinische Bruchstücke, mathematische Fragmente etc. Aus diesen Papyri stammen auch die sogenannten "Hausurkunden" (Impet-per) des MR. Zitat aus dem Papyrus Kahun; zit.n.: Tyldesley 1994.:
Danke an "Nfrt" für die freundliche Mithilfe bei den Kahun-Recherchen
Dieser Papyrus wurde etwa in der 18. Dynastie. geschrieben. Er wurde von Edwin Smith 1862 gekauft, nach seinem Tode von seiner Tochter der neuen historischen Gesellschaft Yorks gespendet. Er enthält Rezepturen und Anleitungen, beispielsweise wie man Wunden, Brüche oder Luxationen behandelt. Weiterhin enthält er Behandlungsmethoden bei Arbeitsunfällen, wie beispielsweise "Klaffwunde am Kopf, zerplittert ist sein Schädel", wobei dieses Leiden unter die Rubrik "nicht behandelbar" viel (vgl. Tyldesley 1994); oder "Rezepte gegen Frauenbeschwerden", "Rezepte für einen gesunden Teint" sowie "Rezepte gegen bestimmte Leiden am Anus und Umgebung".
Der Papyrus Hearst enthält über 260 Rezepte zu eitrigen Entzündungen, zahn- und darmspezifischen Krankheiten, Herzerkrankungen, etc. Viele dieser Rezepte finden sich auch im Papyrus Ebers. Der Papyrus Hearst bekam seinen Namen durch frühere Besitzerin und befindet sich heutzutage im Safe der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Die darin enthaltenen Rezepturen stammen etwa aus der Zeit um 1500 v.Chr.
Der Kleine Berliner Papyrus wird - wie der Name schon sagt - im Ägyptischen Museum Berlin aufbewahrt. Dieser enthält hauptsächlich mythologische Anweisungen aus dem 1. Jahrhundert v.Chr.
Im Gegensatz zu dem Kleinen Papyrus Berlin finden sich in "dem Großen" Rezepturen zur rational fassbaren Krankheiten, wie etwa Gefäßerkrankungen. E ist auch unter dem Namen "Papyrus Burgsch" bekannt, benannt nach dem deutschen Ägyptologen Heinrich Burgsch (1827-1894). Der Papyrus selbst stammt aus der Zeit der 19. Dynastie.
Dieser medizinische Papyrus stammt aus der 18. Dynastie. Auch hier finden sich viele Zaubersprüche die in der Medizin verwandt wurden. Die meisten Heilmittel dienen der Behandlung von Hautkrankheiten und Wurmbefall.
Der Papyrus Carlsberg - der Name kommt durch die Unterstützung der Carlsberg Foundation - wurde ca. 1200 v.Chr. entwickelt. Er stellt die Kopie eines Dokumentes auch der 12. Dynastie dar. Der Papyrus enthält Rezepturen zur Behandlung von Augenkrankheiten sowie Hinweise und Prognosen zur Geburt und allgemein gynäkologischen Bereichen. Sein Aufbewahrungsort ist die Universität von Kopenhagen.
Hier werden insbesondere Rezepte für innere Krankheiten aus dem Neuen Reich genannt. Einen Schwerpunkt bildete die Sammlung von Heilmittel für die Behandlung von Darm- und Afterbeschwerden. Er wird im British Museum London aufbewahrt.
Diese drei Papyri erhielten ihre Bezeichnungen durch den Fundort. Alle drei stammen aus dem Mittleren reich und werden im British Museum London aufbewahrt. Der Papyrus III. behandelt hauptsächlich Beschwerden der Muskeln, Nerven und Bänder, während IV und V vor allem Kinderkrankheiten und Krankheiten des gynäkologischen Bereiches enthält.
Der nur noch fragmentarisch erhaltene Papyrus Rubensohn wurde nach seinem Ausgräber benannt und stammt aus der Zeit um 400 v.Chr. Er besteht lediglich aus einem Blatt ist aber dennoch um so wertvoller - so Curic 1999 - da er keine Ansätze von Magie enthält. Er befindet sich heutzutage im Ägyptischen Museum Berlin. |