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Der altägyptische Kalender | ![]() |
| Um die Zeit zu berechnen, bezogen sich die alten Ägypter
nicht auf ein ganz bestimmtes Datum, wie etwa bei uns die Geburt
Christi. Sie wählten hierfür den Regierungsantritt ein Königs. Alle
anderen Zeitrechnungen, die vor der Inthronisierung des aktuellen
Pharaos stattfanden, gehörten dem Zeitalter andere Könige an. So zum
Beispiel; 9. Tag des ersten Monats der Überschwemmung, Jahr 10 des
Neb-maat-Ra.
Der ägyptische Kalender wurde wahrscheinlich im 29. Jahrhundert v. Chr. erfunden (vgl. Beckerath 1997). Er besteht aus drei Jahreszeiten, die jeweils vier Monate zu je 30 Tagen implizieren. Hinzu kommen noch 5 zusätzliche Tage: die Epagomenen, die für die Geburtstage der Götter Osiris, Horus, Seth, Isis und Nephthys stehen. Insgesamt zeichnet der Kalender sich folglich durch 365 Tage aus. Die Ägypter waren zunächst das erste Volk, das ihre Zeitrechnung nur unwesentlich von der Natur (wie etwa der Mondumlaufbahn) abhängig machte. Hierbei stellt sich jedoch das Problem der heutigen Schaltjahre und der unregelmäßigen Anzahl von Monatstagen (28, 29, 30 oder 31). Die Ägypter lösten dieses Problem durch das Eintreffen eines bestimmten Ereignisses: er Nilflut. Waren bereits 12 Monate vergangen, der Nil jedoch noch nicht angestiegen, wurde der letzte Monat wiederholt und gewartet bis der Nil zu steigen begann. Dennoch hatte der ägyptische Kalender der Verwaltung einen Fehler: das ägyptische Kalenderjahr war gegenüber dem Sonnenjahr 1/4 Tag zu kurz, so dass alle vier Jahre ein Tag fehlte (vgl. Desroches-Noblecourt 1996). [Die erste Korrektur, die Einführung einer Schaltregel wurde erst 238 v. u. Z. mit dem Dekret des Canopus durch den ägyptischen König Ptolemäus III. Euergetes erlassen, in den festgelegt wurde, dass alle 4 Jahre das Kalenderjahr 366 Tage lang war.]
Der Jahresanfang wurde bei den Ägyptern durch die Wiederkehr der Nilflut im Sommer bestimmt. Ein weiterer Hinweis auf den Jahresanfang und auf die jährliche Überschwemmung gab der heliakische Frühaufgang des Siriussterns bzw. des Sothissterns (canis maioris). Dieser helle Fixstern verschwand 70 Tage zuvor und ging im Juli zum ersten Mal wieder früh morgens mit der Sonne auf. Laut Beckerath hielten die Ägypter diesen Stern für eine Göttin "Sopdet", welche die Überschwemmung bringt und das neue Jahr ankündigt, da der erneute Aufgang des Stern mit der Überschwemmung zusammenfiel. Das Neujahr war der erste auf das Erscheinen des Siriussterns folgende Neumond.
Die ägyptischen Jahreszeiten: achet (Überschwemmung) peret (Sprießen) schemu (Hitze)
Die ägyptische Zeitrechnung:
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