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KV55 – das geheimnisvolle Grab im Tal der Könige
Mögliche Hinweise auf den Besitzer des Grabes Des Rätsels Lösung nach W. Helck Das Ergebnis neuerer Untersuchungen 31 Theorien in einem Jahrhundert
Die EntdeckungDie moderne Wissenschaft hat lange versucht eines der größten Geheimnisse des Tals der Könige zu lüften, doch bis heute sind sich die Wissenschaftler uneins. Die bis heute rätselhafte Entdeckung des Grabes mit der Nummer 55 im Tal der Könige (Kings Valley) ereignete sich im Januar 1907, als Theodore M. Davis und der für ihn arbeitende Ägyptologe Edward Aryton, ein kleines unvollendetes Grab, südlich dem des Ramses IX. im Tal der Könige fanden. Das kleine Grab liegt unter dem Hang eines Hügels, etwa dreißig Fuß von dem Grab Ramses IX. (KV6) entfernt. Hier grub Aryton Vasen aus und legte kurz nach diesem Fund die ersten Stufen zu dem kleinen Grab frei. Das Grabungsteam stieß, nach dem Freilegen von 21 Stufen auf einen versiegelten Eingang. Nachdem die zweite Sperre überwunden wurde stieß das Grabungsteam auf einen Gang, welcher in etwa sechs Fuß breit und mit Geröll gefüllt war. In diesem Gang wurde der Name der Königin Teje entdeckt. Sie war die Gattin Amenhoteps III. und die Mutter Echnatons. Die nachfolgende Gruft war laut Jacq ein hoher und sehr weiter, dennoch unverzierter Raum. Auf dem Boden fand man einen zerlegten Schrein der Teje, Holztafeln, Stücke von Blattgold, magische Ziegel des Pharaos Echnaton, Kanopen seiner Nebenfrau Kija und diverse weitere Objekte. Doch das herausstechendste Artefakt war ein außergewöhnlicher Sarg, welcher mit Halbedelsteinen bestückt war und stellenweise noch Goldspuren aufzeigte, dessen Unterbau jedoch zusammengebrochen war. Eine weitere Beschädigung des Sarges wurde möglicherweise durch einen, von der Decke, abstürzenden Stein verursacht. Die Namenskartuschen, wie auch das Gesicht auf dem Sarg waren offenbar absichtlich zerstört bzw. herausgerissen worden (Abbildung 1 und 2). Obwohl das Grabungsteam den Raum im Chaos fand gab es - so Tyldesley (1999) - keine Hinweise auf einen Einbruch. Jacq beschreibt die nachfolgenden Geschehnisse mit einem leicht zynischen Unterton: "Um eine 'schöne' Photographie vom Grab zu machen, gab es keine bessere Idee, als es zu räumen. Dabei gelingt es Davis, die Mumie zu beschädigen. [...] Davis beschädigte sie zusätzlich, indem er die Vorderzähne, die sich vollkommen ablösten, zu heftig berührte" (Jacq, 1992). Um es noch genauer zu sagen: Die Mumie viel bei der Berührung zu Staub, wobei lediglich das Skelett übrig blieb.
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Mögliche Hinweise auf den Besitzer des Grabes Zunächst einmal konnte festgestellt werden, dass der Kopf des menschenförmigen Sarges keine Krone trug, sondern mit einer sogenannten "nubischen Perücke" ausgestattet war. Selbiges konnte man bei den Kanopenkrügen erkennen. Das Vorhandensein der Perücke bedeutet, dass der Sarg nicht für einen König gemacht wurde, da ansonsten die Uräusschlange an der Stirnseite hätte befestigt sein müssen. Einen weiteren Hinweis auf eine nichtkönigliche Abstammung der Mumie geben die Insignien. Laut Tyldesley wurde der Kopf mit Bart und einer Uräuskobra im nachhinein versehen, also nach der Fertigstellung des Sarges. Mit diesen Insignien wurde der Sarg für einen König "akzeptabel". Wie bereits erwähnt wurde das Gesicht, durch entfernen der Goldmaske jedoch zerstört, so dass das darunter liegende Holz zu sehen war. Der Sarg selbst wurde anscheinend für eine Frau gearbeitet, was durch die aufgemalten Texte, wie auch durch die Maße und die Ausarbeitung des Sarges anzunehmen ist. Laut Tyldesley (1999) wurden die Texte in der weiblichen Form jedoch auf die männliche geändert, bevor der Sarg benutzt wurde. Die noch vorhandenen Texte trugen die Königstitel Echnatons, die Kartusche wurde aber zerstört (Abb.2). Aber nicht nur der Sarg warf bei den Fachwissenschaftlern vielerlei Fragen und Spekulationen bezüglich des Besitzers auf, sondern auch viele weitere Artefakte, die im Grab gefunden wurden. So wurden Holzvertäfelungen als Teile eines Altars gefunden, welche Echnaton für seine Mutter anfertigen ließ; Kanopenkrüge deren Beschriftungen, wie jene des Sarges entfernt wurden und somit ohne Hinweis auf den Besitzer waren (in späteren Untersuchungen konnte allerdings festgestellt werden, dass sie der Nebenfrau Echnatons, Kija gehörten); magische Ziegel, welche Echnaton als Osiris qualifizierten - obwohl Osiris in der monotheistischen Religion des Echnaton keinen Platz fand. Zusammenfassend gab es vielerlei Hinweise auf den Besitzer, das Problem: es kamen zu viele Personen in Frage. So käme Teje als mögliche Besitzerin in Frage, Echnaton selbst und Kija, seine Geliebte. Zusammengefasst wird das kleine eher "unkönigliche" Grab Echnaton zugeschrieben. Ein weitaus interessantere Frage ist: Wer ist die verweste Mumie? Nach Untersuchungen der Mumie, welche nach mehrfacher Analyse ebenso gut männlich sein könnte, wurde ein Alter von maximal 20-25 Jahren festgestellt (Reeves 2000). Echnaton ist aber über 30 geworden! Diese Tatsache lässt weiterhin Semenchkare als Mumie in Frage kommen, ein Pharao der unmittelbar auf Echnaton folgte, jedoch lediglich zwei Jahre regierte. Alles in allem gibt es somit vier mögliche Identifikationen, wenn man es genau nimmt und alle Möglichkeiten in Betracht nimmt sind es sogar fünf. Als fünfte Person könnte Nofretete gesehen werden, wenn man die Theorie Semenchkare=Nofretete akzeptiert. Wer war nun die Mumie des Grabes KV55?
Abbildung 2: Zerstörte Namenskartuschedes Sargdeckels
Die Feststellung des Besitzers von Grab 55 verursachte große Probleme, vor allem aufgrund der vorangegangenen Zerstörung der Mumie. Davis hingegen war sich sicher das Grab der Königin Teje, der Mutter Echnatons gefunden zu haben (Reeves 2000). Möglicherweise ist diese, seine Überzeugung auf mehrere Indizien zurückzuführen: Zum einen wurden ja diverse Artefakte gefunden, welchen die Titel und den Namen der Teje trugen, zum anderen wurde, neben der ursprünglich weiblichen Form des Sarges auch die Mumie in weiblicher Haltung gefunden. Dies bedeutet, dass die Mumie in der rituellen weiblichen Königinnenposition gefunden wurde: der rechte Arm lag an der Seite, der linke Arm war quer über die Brust gelegt. Möglicherweise bildete sich Davis den Fund einer weiblichen Königin jedoch nur ein, da er allgemein von der Entdeckung weiblicher Königsgräber sehr angetan war oder um es etwas zynisch auszudrücken: "besessen" war. Nach der Ausrollung der Mumie wurde folgender Bericht von Davis und Weigall, der Chef-Inspektor des Antiquitätendienstes, verfasst: "Wir nahmen die Mumie aus dem Sarg heraus und sehen, daß es sich um eine kleine Person handelte, mit feinem Kopf und feinen Händen. Der Mund war zum Teil offen und zeigte perfekte Zähne. Der Körper war in Mumientuch feinster Qualität eingehüllt, aber der Stoff hatte eine sehr dunkle Farbe [...] Die Beschädigung durch Feuchtigkeit vermutend, berührte ich leicht einen der Schneidezähne (3000 Jahre alt) und - Oh weh - er zerviel zu Staub, womit auch bewiesen war, daß die Mumie nicht erhalsten werden konnte..." (Quelle: Tyldesley 1999) Bei weiteren Untersuchungen kamen Wissenschaftler wie Ellioth Smith, Douglas Derry und Harrisson (1963) zu dem selben Ergebnis: es ist die Mumie eines Mannes der nicht älter als 25 Jahre war. Weiterhin konnte eine Übereinstimmung der seltenen Blutgruppe: A2MN (Reeves 2000) mit der des Tutanchamun festgestellt werden. Laut Tyldesley bringen neuere Untersuchungen noch mehr Verwirrung, da der Sarg wie auch die Kanopen Kija zugeordnet werden können. An Hand der Blutgruppenbestimmung und des Schädelvergleichs zu der Mumie des Tutanchamun besteht kein Zweifel, dass der Besitzer des Grabes KV55 eindeutig mit Tutanchamun verwandt war. War er sein Bruder? Halbbruder oder vielleicht Vater? Warum die weibliche Bestattungsform? War die Mumie vielleicht doch weiblich? Ist die Mumie - wie nach heutiger Auffassung verbreitet - männlich, könnte die weibliche Position - und dies ist reine Spekulation - in der Ewigkeit das alleinige und vereinte Königspaar beschreiben, folglich eine symbolische Vereinigung des Herrscherpaares. Wenn die Mumie die des Echnaton ist, warum ist sie nicht in dem Grab in seiner Hauptstadt Tell-el-Armana, sondern im Tal der Könige? Wenn es eine Überführung der "Amarnafamilie" gab, kann sie nur zur Regierungszeit Tutanchamuns stattgefunden haben. Dieser Tatsache entspricht auch die Feststellung, dass das Grab KV55 nicht vor der Krönung des jungen Tutanchamun versiegelt worden war (Tyldesley 1999).
Des Rätsels Lösung nach W. Helck
Bereits vor 10 Jahren beschäftigte sich der renommierte Ägyptologe W. Helck (gestorben) mit dem Thema "Das Grab 55 im Königsgräbertal" und mit dem was damit zusammenhängt. Er konnte - mit durchaus logischen Begründungen - das Rätsel scheinbar lösen. Aus diesem Grund sollen hier die Theorien aufgeführt werden, da sie eindeutig das Geheimnis "lüften" können. Andererseits sollte man dennoch alle weiteren Möglichkeiten offen halten, denn jeder Zeit können neue Beweise gefunden werden, die eine andere "Lösung" zulassen würden. Die bereits aufgezeigten Befunde sollen noch einmal stichpunktartig zusammengefasst werden:
Helck geht in seinen Ausführungen durchaus logisch und nachvollziehbar vor. Diesbezüglich stellte er zunächst fest, dass neben den Grabbeigaben der Teje und des Echnaton auch Gegenstände einer weiteren, dritten Person gefunden wurden. Aufgrund eines nicht geänderten Determinativs auf dem Sarg muss eindeutig auf eine Frau geschlossen werden: Kija. Des weiteren stellte er fest - wie auch oben bereits beschrieben - dass die Tilgung der Königsnamen (wie der des Echnaton) nach der Zeit Tutanchamuns geschehen sein muss, da in dessen Grab keine Spuren einer Verfolgung von Echnatons Name gefunden wurden. Der Autor postulierte, dass bei Tutanchamuns Begräbnis, Gegenstände des Semenchkare benutzt wurden. Dies lässt zum Einen den logischen Schluss zu, dass diese bewusst nicht für Semenchkare genutzt wurden. Zum Anderen, dass dieser selbst mit einer Grabausstattung begraben wurde, die aus verschiedenen Stücken bestehen muss, da diese nicht für den eigentlichen Besitzer genutzt worden sind. Helck kam zu der Schlussfolgerung, dass dieser "eigentliche Benutzer" - jedoch nicht die schließlich bestattete Mumie - Kija war. Diesbezüglich führt er an, dass der Sarg eindeutig für eine weibliche Person bestimmt gewesen sein muss, da der ursupierte Text an manchen Stellen "durch" eine weibliche "Stimme" spricht. Diese Stellen wurden demnach bei der "Überschreibung" vergessen. Auffällig war, dass fast alle Personalsuffixe verändert worden sind. Bei der Umwidmung wurde - wie festgestellt wurde - der Anfang "Gemahlin und Große Geliebte des" weggeschnitten und gegen " Vollendeter Herrscher " ersetzt. Weiter konnte durch Untersuchungen am "sekundären" Text sowie durch andere Fundstücke im Grab und in Amarna festgestellt werden, dass einige Inschriften identisch sind, wonach die ursprüngliche Sarginschrift gelautet haben muss: Die Gemahlin und Große Geliebte des Königs von Ober- und Unterägypten, der von der Wahrheit lebt, Herr der Beiden Länder Nfr-hprw-R' W'-n-R', das vollendete Kind des lebenden Aton, der lebt in alle Ewigkeit, Kija! Damit konnte der Erstbesitzer identifiziert werden. Aber immer noch stehen wir vor der Frage: Wer war die Mumie. Nach Helck ist die Mumie eindeutig als Semenchkare zu identifizieren. Als beweis wird eine weitere Sarginschrift genommen: Du blickst auf den Geliebten des Einzigen-des-Re, den Sohn des Re, der von der Wahrheit lebt, den Herrn der Erscheinungen [N.N.], täglich ohne Unterlass Der entscheidende Blick muss hier auf dem Epitheton "Geliebter des Einzigen-des-Re" liegen. Mit "Einziger-des-Re" wurde in dieser Epoche lediglich Echnaton bezeichnet, wonach er nicht "der Geliebte" sein kann. Dieses Epitheton ist - so Helck - alleine für Semenchkare bezeichnend. In vergangenen Diskussionen muss A. Gradiner bereits auf dieses kleine - leicht zu übersehende Detail - aufmerksam gemacht haben,welches in der fachwissenschaftlichen Diskussion aber untergegangen sein soll. Dieser Beiname wurde "übersehen" da er nicht wie alle anderen von einer Kartusche umrandet wurde. Durch dieses Epitheton (Beinamen) konnte das Rätsel gelöst werden, denn Echnaton wird sich wohl selbst nicht als "seinen eigenen geliebten" bezeichnet haben und Tutanchamun konnte durch das Vorhandensein seiner Siegelabdrücke als sekundärer Besitzer ausgeschlossen werden. Die Frage die in diesem Zusammenhang jedoch bearbeitet werden muss, ist: Warum konnte Kija ihre Grabausstattung nicht benutzen was ist mit ihr geschehen? Nach Helck ist die Frage in einem Atemzug mit der Frage: "Wer war Dachamunzu?" zu beantworten. Denn nach seinem Verständnis kommt niemand anders in Frage als Kija. Durch die Briefe an den ausländischen König Schupiluliuma und die darin enthaltene Bitte an einen seiner Söhne als Gemahl nach Ägypten zu schicken, machte sie sich des Hochverrats schuldig, woraufhin sie kein Begräbnis erhielt. Möglicherweise wurde sie und ihre Tochter ermordet. siehe hierzu: "Die Briefe der Dachamunzu"
Das Ergebnis neuerer Untersuchungen Dennoch muss gesagt werden, dass das vorliegende Material von Helck - bezüglich der Kija als "Erstbesitzerin" - bereits zehn Jahre alt ist. Es wurde kurz vor seinem Tod an Sylvia Schoske und Alfred Grimm übergeben. Neuere Untersuchungen des Sarges führten jedoch zu einem anderen Ergebnis: "Fazit: Der anonyme Sarg aus "KV55" kann - jedenfalls aufgrund des Autopsiebefundes und sämtlicher damit verbundener Implikationen - nur für Echnaton selbst hergestellt worden sein! [...] Damit sei den bisherigen 30 Theorien zum Sarg und zur Bestattung in "KV55" eine weitere hinzugefügt: Der ursprünglich zur Grabausstattung des Echnaton gehörende, dann jedoch aus religiösen Motiven obsolet gewordene und für Echnaton nicht benutzte innere Sarg fand in "KV55" sekundäre Verwendung für das anonyme Notbegräbnis des für die Bestattung Tutanchamuns seiner eigenen Grabausstattung 'beraubten' Semenchkare." (A. Grimm 2001; In: Das Geheimnis des Goldenen Sarges) Wir sehen, dass hier Echnaton als "Erstbesitzer" aufgeführt wird, dennoch aber Semenchkare (vgl. Helck) als sekundärer Besitzer angeführt wird. Dies hat vielleicht "alles" vielleicht aber auch nur wenig zu bedeuten, wenn man beachtet, dass in weniger als einem Jahrhundert 31 Theorien zum Grab, dem Erst- und Zweitbesitzer geäußert wurden. Diese findest du in Kurzform in nachstehenden Kapitel:
31 Theorien in einem Jahrhundert nach dem Katalog: "Das Geheimnis des Goldenen Sarges" (2001)
Ich habe versucht aus den oben angeführten Theorien - die nur eine Auswahl der tatsächlich bestehenden darstellen - ein statistisches Ergebnis zu errechnen. Hier sei jedoch angemerkt, dass diese Statistik ohne Beachtung der Jahreszahlen erfolgte, so dass jeweils aktuelle Erkenntnisse - welche die Theorien hätte verändern können - nicht miteinbezogen wurden. In das Ergebnis flossen lediglich die oben aufgeführten Annahmen mit ein. Diese - von mir erstellte - Statistik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und versucht des "Rätsels Lösung" durch prozentuale Verrechnung der bisherigen Theorien zu lösen. 1) der Sargbesitzer war:
2) umgearbeitet wurde der Sarg für:
3) Bestattet wurde letztendlich:
Im Folgenden wird das statistische Ergebnis für den Sargbesitzer, für wen der Sarg entsprechend umgearbeitet wurde, und wer letztendlich darin bestattet wurde tabellarisch aufgelistet: 1) der Sargbesitzer war:
2) der Sarg wurde umgearbeitet für:
3) letztendlich wurde bestattet:
Aus diesen Errechnungen ergeben sich nun folgende Aussagen: Zum Einen können wir ersehen, dass der Erstbesitzer zu 74,1 % eine weibliche Person war, dass der Sarg wahrscheinlich für einen Mann umgearbeitet worden ist und dass mit 80 % Wahrscheinlichkeit ein Mann darin beigesetzt wurde. Aus den genauen Nennungen kann man meines Erachtens nichts eindeutiges sagen, da bei keiner Person eine Übereinstimmung über 50 % besteht. Dies zeigt, dass sich die Theorien im Laufe der Zeit grundlegend wandelten. Wenn wir nun die "höchsten" Ergebnisse als These formulieren wollen, würde das wie folgend klingen: Der Sargbesitzer war Kija. Dies würde zumindest mit der allgemeinen Prozentangabe von 74,1 % übereinstimmen. Für wen der Sarg nun umgearbeitet wurde kann nicht gesagt werden, da sowohl Echnaton als auch Semenchkare jeweils 25 % der fachwissenschaftlichen Meinungen erhalten haben. Ein besseres Ergebnis liefert die dritte Angabe, nach welcher Semenchkare zu fast 50% darin bestattet wurde. Demnach sind folgende Möglichkeiten die wahrscheinlichsten (wenn man - wie hier - die Meinungen der Ägyptologen über ein Jahrhundert auswertet): 1) Die Erstbesitzerin war Kija. Der Sarg wurde für Echnaton umgearbeitet und schließlich wurde Semenchkare darin beigesetzt. 2) Die Erstbesitzerin war Kija, der Sarg wurde für Semenchkare umgearbeitet, der schließlich auch darin beerdigt wurde. Wenn wir uns die Theorien der Ägyptologen näher betrachten, sehen wir, dass die hier genannten Aussagen, als Ergebnis der statistischen Untersuchung, mit der Theorie von Helck korrelieren!
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