| Der
Nil - Lebensader Ägyptens
Vorstellungen der Alten Ägypter über den Nil Der Nil als Verkehrs- und Wasserstrasse |
| Der Nil
und Ägypten
Die Kultur Ägyptens und das Leben der Menschen wurde vom Nil geprägt. Selbst Herodot schrieb Ägypten sei ein "Geschenk des Nils", denn ohne den Fluss gäbe es in Ägypten nur Wüste und demnach kaum Leben. Der Fluss nährte das Land uns seine Bevölkerung und bestimmte den Jahresrhythmus. Er setzt sich zum Einen aus dem Blauen Nil, aus dem äthiopischen Hochland, zum Anderen aus dem Weißen Nil, des Südsudan zusammen und mündet schließlich ins Mittemeer. Er erstreckt sich insgesamt über 6700 km und ist damit der längste Fluss der Erde. Den heutigen Namen "Nil" hat er von den Griechen bekommen, die ihn als Nileos bezeichneten. Der Nil selber wurde von den alten Ägyptern einfach als Fluss (oder
großer Fluss) =iteru Das wesentlichste Naturphänomen war das Anschwellen des Nils.
Herodot schrieb, er habe die Priester nach dem Grund für Überflutungen
gefragt, aber keiner konnte ihm so recht Antwort geben. Er selbst
vermutete dass "[...] die Sonne an der Anschwellung schuld
ist." Seit dem 19. Jahrhundert wissen wir es jedoch besser. Das
Hochwasser wird durch die Monsunregen in Äthiopien und durch die
regelmäßigen Niederschlage des Tropengürtels verursacht. Der Nil trug
Hochwasser und legte seinen fruchtbaren Schlamm auf den Feldern
Ägyptens ab. Das Hochwasser selbst wurde wie der Gott
Hapi der als Personifikation der Nilfluten galt, als "hapi"
Um die Wassermassen ökonomisch zu nutzen legten die damaligen Menschen Kanäle und terrassierte Felder an, welche das Wasser nach und nach abgaben (vgl. hager 1999). Heute schwillt der Nil nicht mehr an. Dies wurde durch den Bau des Assuanstaudamms im Jahre 1902 unterbunden. Mit Hilfe dieses Staudamms kann zum Einen - im Wasserkraftwerk von Assuan - Energie gewonnen werden, zum Anderen werden die Wassermassen über das ganze Jahr verteilt. Damit können mehrere Ernten jährlich eingefahren werden, womit auch mehr produziert werden kann. Allerdings begann seit dem Bau des Staudamms der Grundwasserspiegel in mehreren gebieten Ägyptens zu steigen, was zur Zerstörung einiger Jahrtausende alter Stätten und Tempel führen kann.
Vorstellungen der Alten Ägypter über den Nil
So wurden auch die Jahreszeiten je nach Stand des Nils bestimmt:
Weiterhin unterlag der Vorstellung des Nils auch eine theologische Dimension. Sie glaubten, dass der Sonnengott Re am Tag in einem Boot (Barke) über den Himmel fährt und am Abend auf den Wassern der Unterwelt in den Osten fährt. Dieses mythologische Fährboot erinnert auch an die Feluken und Boote auf dem Nil. Weiterhin galt die Vorstellung, dass der kosmische Raum durch vier Ecken begrenzt wurde:
Die Aufteilung zeigt, dass der Nil als einer der vier bedeutsamsten Punkte der kosmischen Vorstellung gesehen wurde, was er sicherlich seinen lebensbringenden Fluten zu verdanken hatte. Er teilte das Land in einen Osten und Westen. Diese Tatsache führte dazu, dass die beiden Ufer des Nils unterschiedliche Bedeutung erlangten. Der Osten war das Reich der Lebenden, der Westen, das Reich der Toten. Diese Gliederung zeigt sich am besten am Beispiel der Stadt Theben ( dem heutigen Luxor). Auf der westlichen Seite des Nils lagen die Totenstädte, das Tal der Könige und die Totentempel der Pharaonen. Auf der östlichen Uferseite fand das Leben statt. Dort standen Häuser und Tempel, es gab Werkstätten und Märkte, Schulen etc. Die einzige Ausnahme bildete das Arbeiterdorf von Deir el-Medina, in dem die Handwerker des Tals der Könige lebten. Diese Handwerker statt befand sich auf dem Westufer.
Der Nil als Verkehrs- und Wasserstrasse
Der Schiffsbau entwickelte sich in der prädynastischen Zeit (ca. 3500-3100 v.Chr.), in welcher hauptsächlich Schilfbündelboote gebaut wurden. Später wurden auch Boote aus Holzblanken hergestellt. Die Boote wurden - neben den Eseln zu Land - zum Personentransport als auch zum Transportieren von Tieren und Nahrungsmitteln verwendet. Mit dem Nil als Verkehrs- und Wasserstrasse gelangte Ägypten zur politischen und wirtschaftlichen Einheit, indem Informationen, Militär und Nahrungsmittel schnell von Einem zum Anderen Ende transportiert werden konnten. Um die Abwicklungen und die Sicherheit zu gewährleisten wurden im ganzen Land Häfen errichtet, so in Theben, Tanis, Memphis und im Nildelta (vgl. Prof. F. Hassan 1997).
Der Gott Hapi als eine Personifikation des Nils
Es war lebensnotwendig an Hapi zu beten und ihm Opfer darzubringen, da nur das Hochwassers des Nils und der mitgeführte nährstoffreiche Schlamm Leben und Nahrung brachten. demnach gab es auch viele Hymnen und Lobpreisungen auf Hapi, welche die Freigebigkeit und die Freude über das Anschwellen des Nils widerspiegeln.
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