Die Ogdoad von Hermopolis

 

Der Terminus 'Ogdoad' steht hier für die acht Schöpfergottheiten, welche in diesem Mythos eine bedeutende Rolle spielen. Sie bilden die vier Schöpferpaare, vier Götter mit ihrem weiblichen Pendant:
  • Nun und Naunet
  • Heh und Hauhet
  • Kek und Kauket
  • Amun und Amaunet

Dem Mythos nach stellten sich die Hermopolitaner das Urgewässer Nun, als Personifizierung der Urmaterie vor und nicht als eigenes Element (Wasser), wie in dem Schöpfungsmythos von Heliopolis. Nun beschrieb hier die präexistente, unbelebte Wasserfläche, welche die chaotischen Kondition des "Nichts" verkörperte. Um die Schöpfung selbst drehten sich verschiedene Erzählungen, die dennoch auf das gleiche Ziel hinauslaufen: die Entstehung der Welt. Im Nachfolgenden sollen die diversen Versionen des Mythos aufgezählt werden:

  1. Im chaotischen 'Nichts' des Urgewässers entstand (oder schwamm) das kosmische 'Ur-Ei'. Als dies zerbrach, erleuchtete aus ihm das erste Sonnenlicht.
  2. Das Ur-Ei wurde von einer Nilgans oder Nilente gelegt, dem "Großen Schnatterer" . Durch das Geschnatter dieses Urgeistes (Nilgans, oder -ente) wurde die Urstille zum ersten Mal durchbrochen, das Ei brach und aus ihm entstand der Sonnengott Re.
  3. Der Gott Thot flog in Gestalt des Ibis zum Urhügel, zu welchem er das Ur-Ei brachte. Aus dem Ei flog der Gott Re, in Form eines Vogels.
  4. Aus dem vom Gott Thot gebrachten Ei, entstieg zum ersten Mal die Luft, las dies zerbrach. Diese Luft (wahrscheinlich als Gott Schu dargestellt [vgl. Kosmogonie von Heliopolis]) trennte die Erde von dem Himmel und von nun an waren die wesentlichen Elemente Himmel, Erde und Luft gegeben.
  5. Aus dem Urhügel entwuchs eine Lotosblühte, aus welchem die Sonne in Form des Gottes Re entstand.

Die ersten beiden Theorien sind wohl die verbreitesten bezüglich der Kosmogonie von Hermopolis.

Die oben genannten vier Götterpaare bildeten die Dualität der Elemente, welche die Urmaterie verkörperten. Die Götter wurden als Frösche dargestellt, die Göttinnen als Schlangen. Ob diese Tierdarstellungen der Götter mit denen, die bei der jährlichen Nilschwemme auftretenden Tieren in Verbindung steht, wird vermutet. Nun und Naunet standen in dem Mythos für das Urgewässer, Heh und Hauhet symbolisierten die Ewigkeit des Raumes, Kek und Kauket die Finsternis und Amun und Amaunet die Unsichtbarkeit, bzw. die verborgene Kraft.

               Die Ogdoad von Hermopolis: