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Piramesse- die Türkisfarbene - groß an Siegen
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Ramses Vater Sethos I. begann mit dem Bau einer neuen Hauptstadt im östlichen Nildelta, in der Nähe des heutigen Quantir, am Pelusischen Nilarm. Er selbst konnte den Umzug der Regierungshauptstadt von Memphis in diesen neuen Ort aufgrund seines Todes nicht mehr miterleben. Sein Sohn Ramses II. führte die Arbeiten schließlich zu Ende und zog - nur kurze Zeit nach Sethos Ableben - 1269 v.Chr. mit dem gesamten Hofstadt in diese neue Regierungsmetropole ein. Ihr Name war Pi-ramesse bzw. Per-Ramessu-a'a-nachtu = Das Haus des Ramses - groß an Siegen. Groß an Siegen ist hierbei ein Epitheton, also ein Beinamen. Den Namen "die Türkisfarbene" erhielt die Stadt aufgrund von Kacheln die bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Angeblich sollen diese Kacheln die Dächer der Stadt geschmückt haben.
Kachel aus Quantir mit dem Thronnamen Ramses II Will man dem Wortlaut der Bibel glauben, so sollen an dieser Stadt schon die Hebräer gearbeitet haben, die schließlich unter Mose aus Ägypten auswanderten. In der heiligen Schrift ist folgendes über Pi-ramesse zu lesen:
Den genannten Wort nach arbeiteten die Hebräer als Ziegelmacher in der Stadt des Ramses. Andere Überlieferungen sprechen in hohen Tönen von der Stadt am Pelusischen Nilarm, wie beispielsweise folgender Text:
Die schwärmerischen Worte des Besuchers scheinen nicht von ungefähr zu kommen wenn man sich die Lage der Stadt etwas genauer Betrachtet. Tyldesley schreibt: "Die neue Stadt Piramesse war, wie der Urhügel, von Wasser umgeben" (Tyldesley 200,136). Die Türkisfarbene lag scheinbar so perfekt wie eine Stadt in Ägypten nur liegen kann, sowohl politisch, wirtschaftlich als auch nahrungstechnisch gesehen. Im Westen und im Norden floss der Pelusische Nilarm ("die Wasser des Re"), so dass immer genügend Wasser vorhanden war. Aber auch im Süden und Osten war die Stadt von Wasserkanälen umgeben, die als "die Wasser von Ausaris" bekannt sind. Der weiter südlich gelegene See erlaubte den Bau eines Hafens, so dass Pi-ramesse auch verkehrstechnisch strategisch gut gelegen war. Der Überfluss an Wasser, die fruchtbare Gegend des Nildeltas und die Bewässerungskanäle erlaubten eine üppige Felderwirtschaft, wonach die oben genannten Worte des Stadtbesuchers durchaus der Wahrheit entsprochen haben. Doch warum konnte eine so große Stadt, die ca. 30 Quadratkilometer umfasste plötzlich verschwinden? Bis in die 20. Dynastie blieb die Stadt bewohnt. Im Laufe der folgenden Zeit begann der Pelusische Nilarm zu verlanden, so dass der Nil sein Bett weiter nach Norden verlagerte. Der Hafen der Stadt wurde nutzlos, die Hauptverkehrsader war abgeschnitten. In der 21. Dynastie wurde die Stadt schließlich zugunsten von Tanis verlassen. Seit 1983 werden in Quantir Grabungen von dem Pelizaeus-Museum von Hildesheim durchgeführt, welche faszinierende Funde zu Tage förderte. http://www.rpmuseum.de/alt_aegypten/alt_aegypten_index.html
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