Das Ramesseum - der Totentempel Ramses II.

Der Totentempel

Die Säulenhalle

Der astronomische Saal

Weitere Säle

 

Der Totentempel

Ramesseum by David Roberts

In dieser Anlage, dem „Tempel der Millionen Jahre“ oder auch das „Grab des Osymandias“ wie ihn Diodorus von Sizilien nannte, befand sich der Totentempel wie auch die Residenz Ramses II, während seiner rituellen Aufenthalte am Westufer. Im Norden, Westen und Süden standen Kornspeicher, in denen die Getreidevorräte für die Priester und Handwerker der Nekropole (Set-maat)  gelagert wurden. Im Temeplbezirk lagen auch die Unterkünfte der Priester sowie die Verwaltungs- und Arbeitsräume. Das Ramesseum beinhaltete auch ein Lebenshaus, welchem eine Bibliothek und ein Skriptorium angeschlossen waren. In der Südostecke befand sich eine große Werkstatt und der Königspalast. 

Der Tempelbezirk wurde von einer großen Mauer umgeben, die wiederum von einer doppelten Allee von Sphingen  mit Löwenköpfen begrenzt war. Im Norden und im Süden wurden die Sphingen mit Tierköpfen dargestellt, welche die Allee säumten, während im Westen Sphingen mit Menschenköpfen den Pharao symbolisch schützen sollten. Der Tempel selbst gliederte sich in die traditionellen drei Teile: Tempelhof (hier zwei), Säulenhalle und das Allerheiligste. Vor dem Tempel erhob sich ein gewaltiger Pylon mit drei trapezförmigen Türmen. Am unteren bereich der Ostmauer ließ Ramses II. die Geschehnisse der Schlacht von  Kadesch einmeißeln.

 

Die Säulenhalle

Ramses II wählte für seine Säulenhalle einen speziellen Aufbau, welcher eine besondere Symbolik wiedergeben sollte. Die Säulenhalle spiegelte die Eckdaten des „vollkommenen Jahreszyklus“ wieder. Diesbezüglich waren für die zwölf Monate, zwölf Papyrussäulen mit offenen Kapitellen errichtet, auf deren Säulenschäften er jeweils als Pharao, der einer Gottheit opfert, abgebildet wurde. 

Die zwölf Säulen flankierten im Osten und Westen achtzehn kleinere Papyrussäulen mit geschlossenen Kapitellen. Diese standen weiterhin für die 36 Dekaden des Jahres. Drei erhöhte Mittelschiffe und sechs Seitenschiffe werden insgesamt von 48 Pfeilern getragen.  Diese Darstellungen als symbolischer Sonnenzyklus sollte zu dem Neujahrestag führen, der im nachfolgenden Saal, dem astronomischen Saal, dargestellt wurde.

 

Der astronomische Saal

Dieser rechteckige Saal wurde von acht Papyrussäulen mit geschlossenen Kapitellen getragen. Die Bezeichnung erhielt der Saal, weil die Decke über den vier Säulen im nördlichen Bereich mit Darstellungen der Sternbilder und einem Kalender gearbeitet war. Der Kalender war so angelegt, dass der Neujahrestag und die Epagomenen in der Mitte der Decke abgebildet wurden und bildete so gleichzeitig den Punkt zwischen dem letzten Schemu-Monat und dem ersten Monat der Jahreszeit Achet. 

Dieser Kalender begann somit in den beiden letzten Monaten des Peret (Winter/Frühling) und endete mit den beiden ersten Monaten der selben Jahreszeit. Die Wände des astronomischen Saals wurden unter anderem auch durch ein Bildnis des Ischedbaumes geschmückt, welcher als Zeichen der zyklischen Erneuerung des Königs stand. Wandmalereien zeigen weiterhin eine Barkenprozession für die thebanische Göttertriade  Amun, Mut (seine Gemahlin) und Chons (sein Sohn).

 

Weitere Säle

Im Ramesseum befanden sich neben den genannten Sälen noch eine Bibliothek, die Tempelmagazine, der Raum der Erscheinungen des Re und Ptah, der Raum der Standarte und natürlich das Allerheiligste. 

Relief im Totentempel Ramses II.

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Ramses’ „Tempel der Millionen Jahre“ wurde bereits in der Antike als Steinbruch benutzt, was folglich eine Zerstörung der Außenmauern und des ersten Hofes initiierte. Am Durchgang zum zweiten Pylon findet man Überreste einer  Kolossstatue Ramses’ II, von welcher lediglich der Kopf gut erhalten ist.