KV 7 - Die letzte Ruhestätte Ramses II.

Kurzsteckbrief

Architektur und Ausschmückung

Überblick über das Grab

Grabausstattung

 

 

Kurzsteckbrief

 

Nummer: KV 7
Lage: Wadi Biban el-Muluk (Tal der Könige)
Ausgräber:
  • Henry Salt
  • C. R. Lepsius
  • Harry Burton für Davis
  • Christian Leblanc
Königsmumie: in der Antike in KV 17 verlegt, entdeckt in DB 320 (Königsmumienversteck in Deir el-Bahari)

 

Architektur und Ausschmückung

Bei dem Bau von KV 7 orientierte man sich am Grab Sethos I., dem Vater Ramses II, allrdings wurde die Achse in KV 7 noch einmal abgeknickt. Allgemein wird vermutet - so exemplarisch Hornung 2002; Reeves 2000 - dass dieser zusätzliche Knick aufgrund des schlechten Gesteins hinzugefügt wurde. Als Besonderheit kann des weiteren die Sargkammer genannt werden, die in eine "dreischiffige Anlage" aufweist, in deren Mitte ein tiefer gelegener Teil für den Sarkophag errichtet wurde. Daneben wurde die Krypta zum Einen stärker hervorgehoben, indem eine vierten Säulenreihe hinzugefügt wurde, zum Anderen befindet sich diese nicht mehr am Ende, sondern in der Mitte des Raumes befindet. 

Gleich zu Beginn des Grabes wurden die Wände mit Isis und Nephtys dekoriert, die eine Sonnenscheibe flankieren. Daneben kann man dort Abbildungen der Göttin Maat erkennen die über heraldischen Pflanzen Ägyptens (Wappenpflanzen von Ober- und Unterägypten) thront. Auf diesen Eingangsbereich folgt zunächst eine Treppe an welche ein Korridor angeschlossen ist. Dieser wurde mit der Litanie des Re geschmückt. Die drauf hin angeschlossene zweite Treppe mit Korridor führt zu einem Brunnenschacht der diverse Szenen des Königs vor Gottheiten zeigt. Unmittelbar darauf folgt die erste Säulenhalle (dekoriert mit Darstellungen aus dem Buch der Tore) mit Nebenraum sowie untere Korridore (dekoriert mit der Mundöffnungszeremonie) die zu der Vorkammer (geschmückt mit Szenen aus dem Totenbuch) führen. 

Im nun folgenden bricht die Achse ein erstes Mal ab und mündet in der Grabkammer, die von insgesamt acht Pfeilern umsäumt wird. Alle diese Pfeiler tragen auf ihrer Innenseite einen Djed-Pfeiler (Bild links). Laut Hornung (2002) lässt sich die einzige Parallele hierzu im Grab der Nefertari finden. In der Mitte der Grabkammer befand sich der Alabaster-Sarkophag Ramses II. - der auf einer Bahre mit Löwenköpfen stand -  von welchem Reste bei jüngsten Säuberungen im Grab gefunden wurden. An die Sargkammer schließen sich vier kleine Nebenräume an - die mit Darstellungen Ramses II. vor Isis und Nephtys sowie mit Szenen aus dem Amduat geschmückt sind. Ein weiterer Durchgang führt zu vier großen Räumen, die insgesamt sechs Pfeiler aufweisen. Bei Sethos I. fand sich hier entsprechend ein Vier-Pfeiler-Raum. 

Allgemein schließt sich das Dekorationsprogramm an jenes im Grab Sethos I. an. 

 

Überblick über das Grab

Grabausstattung

Leider lassen sich nur wenige Grabbeigaben Ramses II. eindeutig zuordnen. Bereits bei Ausgrabungen unter Harry Burton war das Grab scheinbar leer, da es bereits in der 20. Dynastie einem Grabraub zum Opfer viel. Wenn man bedenkt welcher Reichtum Tutanchamun  mit ins Grab gegeben wurde, so lässt dies einen erahnen welche wertvollen Gegenstände sich wohl bei einem so großen und lang regierenden Pharao haben finden lassen. Dieses Glück schien uns das Schicksal aber nicht gegönnt zu haben, so dass wir auf unsere Vorstellungen vertrauen müssen.. Dennoch können einige Grabbeigaben zugeordnet werden:

  • ein Bronce-Uschebti - befindlich in Berlin
  • zwei weitere Uschebtis aus Holz
  • ein Fragment einer Statue aus Kalkstein
  • Fayencefragmente
  • Teilchen von Gefäßdeckeln
  • Fragment des Sarkophages