Ramses III.

Wer war Ramses III.?

Königstitulatur

Der Kriegsherr

Baupolitik

Die innenpolitische Situation unter Ramses III.

Das Attentat und das Ende einer Ära

KV 11 - Das Grab des Pharaos

Literatur

 

Wer war Ramses III.?  

Ramses III. (Bild links) war der zweite König der 20. Dynastie. Er war Sohn des Sethnacht – Begründers der 20. Dynastie – und dessen Gemahlin Teje-Mereniset. Ramses III. trat die Nachfolge seines Vaters - der selbst nur 3 Jahre auf dem ägyptischen Thron saß (vgl. Beckerath) - am 7. März 1183 (oder 1182) an und herrschte insgesamt 32 Jahre über Ägypten. Das eben genannte genaue Datum seines Regierungsantritts ist insbesondere durch den Festkalender, den er an seinem Totentempel Medinet Habu anbringen ließ, überliefert (ebd.), während das höchste und damit das letzte Regierungsjahr aufgrund einer Ostrakainschrift der Arbeitersiedlung Deir el-Medinah als gesichert angesehen werden kann (vgl. Schneider). Ramses III, der in den wissenschaftlichen Publikationen zurecht als „der letzte große Herrscher des Neuen Reiches“ (etwa W. Wolff) betitelt wird, war mit Isis – seiner Hauptgemahlin – verheiratet und hatte fünf Söhne: 

  1. Pa-Ra-her-wenemef
  2. Seth-her-chepeschef
  3. Ch-em-waset
  4. Ramses
  5. Amun-her-chepeschef

Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass seine Söhne die gleichen Namen tragen wie jene seines großen Vorbildes Ramses II. Die Namen sind insbesondere durch die Gräber der Söhne im Tal der Könige belegt. 

Ramses III. war eine außerordentliche Herrscherpersönlichkeit. „Er besaß die Kraft und die nötige Autorität, sein Land mit starker und sicherer Hand zu lenken und vor militärischen Bedrohungen durch die Nachbarländer und den über das Mittelmeer nach Vorderasien eindringenden sogenannten Seevölkern zu schützen“ (Höber-Kamel 2/2002, 14). Die Vertreibung der Seevölkern (zu denen die Peleset – uns besser bekannt unter der Bezeichnung „Philister“ – und die Zekel gehörten) und die Abwehrung der von Westen einfallenden Libyer sind – so Schneider – die größten politischen Verdienste des letzten großen Pharaos.

 

Königstitulatur

Horusname:     k3 nxt ’3 nsyt (Starker Stier mit großem Königtum)
Nebtiname    wr Hbw-sd mj tnn (Groß an Sed-Festen wie Tatenen)
Goldhorusname   wsr rnpwt mj jtmw (Reich an Jahren wie Atum)
Thronname wsr m3’t r’ mrj jmn (Mächtig ist die Maat des Ra, geliebt von Amun)
Eigenname r’ msj-sw Hq3 jwnw (Geboren von Ra, Herrscher von Iunu)

 

Der Kriegsherr

Wie bereits oben erwähnt sind die herausragenden Verdienste Ramses III. die Vertreibung der Seevölker und die Abwehrung der einfallenden Libyer:

 

Die Feldzüge gegen die Libyer: 

Bereits in seinem 5. Regierungsjahr musste Ramses III. gegen die von Westen einfallenden Libyer antreten. Drei verschiedene libysche Stämme, die Libu, Meschwesch und Seped, bildeten eine Koalition, um gemeinsam gegen Ägypten vorzugehen. Ausführliche Informationen zu diesem Feldzug, den der Pharao schließlich antrat, liefert uns der Kriegsbericht an den Wänden des Totentempels des Königs – Medinet Habu. Ramses III. gelang es für das Erste die angreifenden Feinde zurückzuschlagen. Diesbezüglich nennt der Kriegsbericht – so Schneider - jedoch zweifelhaft hohe Zahlen von getöteten Gegnern. Die Gefangenen wurden in Unter- und Mittelägypten in Militärkolonien angesiedelt.

Nur 6 Jahre später wagten die Libyer, einen erneuten Vorstoß gegen Ägypten. Unter der Herrschaft des Sohns des Keper, des Fürsten Meschascher der Meschesch und einer Vereinigung aus 12 Stämmen des libyschen Volkes fielen die Feinde Ägyptens im westlichen Delta ein und verwüsteten den Gau Xios (Sacha am kanopischen Nilarm) (vgl. Schneider; Höber-Kamel).

Ramses III. griff die Feinde vor den Mauern seiner Festung Hat-scho an (vgl. Breasted), wonach die Schlacht zwischen der Hauptstadt Pi-Ramesse und einem Ort namens „Sandburg“ ausgetragen wurde. Im Papyrus Harris wird berichtet, dass viele Gefangenen mitsamt ihren Familien nach Ägypten verschleppt wurden und dass sie in Mittelägypten und im Delta angesiedelt und der Armee zugeführt wurden. Ihre Habe, wie etwa Vieh, wurde an den großen Amun-Tempel von Karnak überstellt. Laut J. H. Breasted (1957) fielen 2175 libysche und meschweschische Krieger und 2052 gerieten in ägyptische Gefangenschaft.

 

Im pHarris heißt es dazu:

Die Libu und die Meschwesch waren ansässig in Ägypten und hatten die Städte der westlichen Gegend in Besitz genommen von Hikuptah [Memphis] bis nach KeRUnten [bei Abukir,...]. Sie waren es, die die Städte von Xois verwüstet hatten, während vieler Jahre, so lange sie in Ägypten waren. Sie, ich vernichte sie, erschlagen [waren sie] auf einen Streich. [...] Ich machte unter denen, die mein Schwert verschonte [...] zahllose Gefangene [...]; ihre Frauen und Kinder waren Zehntausende und ihre Rinder Hunderttausende an Zahl. [...] Ich gab ihnen Truppenbefehlshaber und Stammeshäuptlinge [...]. Ich brachte ihr Vieh zu dem Hause des Amun, und es wurde für ihn zu ewigen Herden gemacht. 

(pHarris zit. n.: Höber-Kamel 2/2001, 15)

  

Die Schlacht gegen die Seevölker

Die Seevölker werden sowohl in den ägyptischen, als auch in den hethitischen Quellen als überaus rohe, grausame und kriegerische Völker beschrieben. Laut Breasted spielten insbesondere zwei große Gruppen innerhalb der Seevölker eine herausragende Rolle: die Peleset und die Zekel. Die Peleset sind wohl mit den uns bekannten Philistern zu identifizieren. Sie waren einer der ältesten Stämme von Kreta und eroberten Städte und weite Teile des vorderasiatischen Raumes, wie etwa Chatti (das Hethiterreich), Karkemisch oder Arzawa. Von ihrem Lagerplatz Amurru ausgehend zogen sie weiter bis nach Palästina und schließlich Ägypten.

Unter den Zekel vermutet Breasted einen anderen Zweig der vorgriechischen Sikuler oder Sizilier. Neben diesen beiden Gruppen die zu den Seevölkern gehörten, zählt Clauss (2001) weiterhin die Danuna (die Danaer der Ilias) sowie die Tjekker (Teukrer) dazu. 

Im Jahr 8 der Regierungszeit Ramses III. kommen die Seevölker dem ägyptischen Grenzgebiet bedrohlich nahe. Im Kriegsbericht von Medinet Habu heißt es zu dem Vorrücken und zu den Seevölkern selbst:

 

„Die Fremdländer – sie machten ein Bündnis auf ihren Inseln; es zogen fort und sind verstreut im Kampfgewühl der Länder [d.h. die Invasoren] auf einen Schlag; nicht hielt irgendein Land vor ihren Armen stand; [und die Länder von] Hatti, Qadi, Karkemisch, Arzawa und Alasa [Zypern] waren [nun] entwurzelt auf [einen Schlag]. [Es wurde] ein Lager [aufgeschlagen] an einem Ort innerhalb von Amuuru; sie vernichteten seine Leute und sein Land, als ob sie nie existiert hätten; sie kamen heran, obwohl die Flamme vor ihnen bereitet war, vorwärts nach Ägypten [...] – sie legten ihre Hände auf die Länder bis zum Umkreis der Erde“

(zit. n.: Schneider 2002, 234)

 

Die Seevölker drangen zu Lande und zu Wasser im westlichen Delta ein, doch schon hier konnte Ramses III. die Feinde zurückschlagen. Über seine Kriegsvorbereitungen heißt es im Kriegsbericht:

 

„Ich ließ die Flußmündung herrichten wie eine starke Mauer mit Kriegsschiffen, Galeeren und Booten. Sie waren vollständig besetzt mit tapferen Kämpfern, die ihre Waffen bei sich trugen, und mit Infanterie, der allerbesten Ägyptens, und sie waren wie brüllende Löwen auf den Bergen; die Streitwagentruppe mit tüchtigen Offizieren, deren Hände die richtigen waren. Ihre Pferde bebten in allen ihren Gliedern, bereit, die fremden Länder unter ihren Hufen zu zerstampfen.“

(zit. n.: Höber-Kamel 2/2001, 15)

 

Im Mündungsgebiet des Deltas kam es schließlich zu der Schlacht zwischen den Ägyptern unter der Führung des letzten großen Pharaos und den linbysch-meschweschichen Feinden. Ramses III. ging erneut als Sieger aus dieser Schlacht hervor. 

Den Sieg hatte er – wie sollte es auch anders sein – eindringlich an den Wänden seines Totentempels in Stein festgehalten. Ramses, als überdimensional großer König, hält den Bogen auf die Feinde gerichtet. Die Bilder berichten von Chaos und Ordnung. Das Chaos wird an Hand der Feinde dokumentiert, die Kopf über von ihren Schiffen fallen, von Pfeilhagel übermannt werden und von Panik erfasst werden. Die Ordnung spielt sich auf der Seite des Pharaos und seiner Getreuen ab, die links unten im Bild (an ihren Perücken zu erkennen) bereits Gefangene abführen.

 

 

Baupolitik

Die wohl berühmtesten baulichen Projekte Ramses III. sind zum Einen in der Tempelstadt von Karnak zu finden, zum Anderen in Medinet Habu, wo der zweite Pharao der 20. Dynastie seinen Millionenjahrtempel errichten ließ.

 

Der Stationentempel im Amun-Bezirk von Karnak

 Neben einem eigenen kleinen Tempel für den Mondgott und Sohn Amuns und Muts ließ Ramses III. ein Stationenheiligtum errichten, an welchem die Götterstatuen während der Prozession eine Zwischenstation einlegen konnten.

Tempel Ramses III in Karnak: Osirispfeiler. © http://www.greatdreams.com/thebes/ramiii.htm

Der Stationentempel befindet sich rechts im ersten Hof des Amun-Tempels und hat eine Größe von 24 x 62 Metern. Durch seinen architektonischen Aufbau entspricht dieser kleine tempel im vollen Sinne einem altägyptischen Tempel. Das Stationsheiligtum besitzt einen Eingangspylon mit zwei Statuten des Königs auf welchen eine Säulenhalle folgt. An diese Säulenhalle schließt sich wiederum ein höher gelegener Säulenhof an, über welchen man zum Hypostyl (ein weiterer Säulensaal mit 2 x 4 Säulen) gelangt. Im Innersten des Stationsheiligtum befinden sich die Sanktuare für die Göttertriade von Theben: Amun, Mut und Chons.

  

Medinet Habu

Mit der Bezeichnung Medinet Habu assoziiert man zwei bzw. drei verschiedene Dinge: Zum Einen den Ort selbst, der sich südlich von Theben (dem heutigen Luxor) auf der Westseite des Nils befindet. Dem Mythos nach soll hier der Hügel von Djeme existiert haben, auf welchem der thebanische Reichsgott Amun zum ersten Mal erschienen sein soll. Zum Anderen verbindet man damit ein theologisch bedeutsames Heiligtum der 18. Dynastie, an welchem der Ur-Amun Kematef beigesetzt sein soll. In diesem Tempel soll sich Amun von Karnak alle 10 Tage regenerieren (vgl. Arnold).

  

    © http://www.thebanmappingproject.com/ Die wohl bekannteste Assoziation mit „Medinet Habu“ ist jedoch der Millionenjahrtempel Ramses III. Dieser bemerkenswerte Totentempel  - der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Millionenjahrhaus Haremhabs befindet - wird von einer großen Mauer umschlossen, die mit zwei großen Toren versehen ist. Aufgrund der Ähnlichkeit zu syrisch-palästinensischen Bauwerken bezeichnet man die beiden Eingangstore jeweils auch als „Pavillion“. Der Tempel Ramses III. besitzt alle Elemente eines Millionenjahrhauses des Neuen Reiches, wobei architektonische Bestandteile und die Dekoration mit denen des Ramesseums zu vergleichen sind.

Von zwei Pylonen ausgehend erreicht man zwei Höfe, den Säulensaal und das Pronaos. Darauffolgend konnte der Pharao und die dazu befähigten Priester das Sanktuar betreten, an welches sich Nebenräume anschließen (ebd).

In seinen späteren Regierungsjahren ließ der König seinen Tempel auf die doppelte Größe erweitern. Das ganze Heiligtum wies nun eine Größe von 205 x 315 Metern auf (vgl. Höber-Kamel) und besaß zwei Umfassungsmauern: die ältere Innere und die jüngere Äußere, die während der zweiten Bauphase errichtet wurde. Zu dem Komplex selbst zählten weiterhin ein Tempelpalast, Wohnhäuser für die Priester sowie Verwaltungsgebäude.

Ramses III. in Medinet Habu:

   

Die innenpolitische Situation unter Ramses III.

Betrachtet man die uns überlieferten Quellen bezüglich der innenpolitischen Lage unter Ramses III., so scheint zunächst alles in bester Ordnung. Es wird der Eindruck suggeriert, dass es der Staat eine wirtschaftliche Blüte erlebte und das Land vor Reichtum nur so strotze. Doch der äußere Schein trügt. Exemplarisch sollen hier zwei Beispiele vorgestellt werden, welche einerseits den Reichtum der Tempel, andererseits die Lage des Landes darstellen sollen:

 Der Reichtum der Tempel, am Beispiel des Ptah-Tempels von Memphis:

 

„Sein Schatzhaus (hierzu zählen auch alle landwirtschaftlichen  Besitztümer, Arbeitskräfte, etc.) war überflutet mit zahlreichen Sachen, Bogenschützen, Kriegsschiffen, Imkern, Sammlern von Weihrauch, Sammlern von Silber, und Kaufleute ohne Zahl. [Ich bewirkte] Ackerverträge an Getreide wie Zehntausende, zahlreiche und kräftige Gärten mit Most und Wein, Weideflächen mit Rindern und Jungvieh, Höfe des Mästens von Geflügel, Erzeugnisse von Kemet, dem Gottesland (Punt), Scharu (Syrien) und Kusch (Nubien). Ich gab sie zahlreicher als den Sand in sein (der Tempel) ehrwürdiges Schatzhaus. Der Speicher, der die Gottesopfer beherbergte, war versehen mit Speisen, ohne dass es Mangel gab an irgendeiner seiner Stätten. [...] Ich gab dir 20.000 Scheffel Getreide, um sie in jedem Jahr zu deinem Hause zu verschiffen, um dein Gottesgehöft mit Gottesopfern zu ernähren hinaus über das Bleibende, das vor mir bestand.“

(zit. n.: Roeder, 1998 in: Kemet 2/2001, 18)

 

 Die Lage innerhalb des Landes:

„Ich machte, dass die Frau Ägyptens sich frei bewegen konnte, wohin sie immer wollte, unbelästigt von anderen auf ihrem Wege. Ich ließ die Soldaten untätig herumsitzen und die Wagentruppe während meiner Zeit.“

(zit. n.: Gardiner in: Kemet 2/2001, 18)

 

Der Reichtum der Tempel kann – so Höber-Kamel – nicht angezweifelt werden, da nach Bericht des pHarris eindeutige Tempelstiftungen stattfanden. Die oben beschriebene Lage des Landes - die scheinbar stabil und sicher geschildert wird - kann, auf der Basis der uns vorliegenden Ereignisse und Textquellen, nicht als solche gesehen werden.

Insbesondere während der zweiten Hälfte der Regierungszeit Ramses III. kam es zu wirtschaftlichen und administrativen Schwierigkeiten. Dies verdeutlicht exemplarisch die Tatsache, dass der Pharao seinen Wesir aus Athribis absetzen musste und stattdessen seinen zweiten Wesir namens Ta in beiden Landesteilen im Amt bestätigte. Es scheint als wären die Beamten gegenüber  ihrem Herrscher unloyal, dass Korruption, Verbrechen und Verschwörungen an der Tagesordnung waren. Ein weiteren Hinweis auf eine innenpolitisch ungünstige Lage gibt die Niederlegung der Arbeit der Nekropolenhandwerker im 30. Herrschaftsjahr, welche Höber-Kamel sogar als „den ersten Streik der Weltgeschichte“ beschreibt.

 

 

Das Attentat und das Ende einer Ära 

Im Laufe der Regierungszeit Ramses III. fand – wohl auch aufgrund der ungünstigen innenpolitischen Lage – ein Attentat auf den König selbst statt. Wann dieses Attentat genau verübt wurde kann nicht genau gesagt werden. Diesbezüglich vermuten Breasted und Goedicke die Ansicht, dass der Mordversuch an das Ende der Regierungszeit zu datieren ist, dass der Phaao dabei schwer verletzt wurde und unmittelbar darauf starb. Allerdings wurden an der Mumie selbst keine Hinweise auf einen unnatürlichen Tod  oder äußere Einwirkungen festgestellt (vgl. Höber-Kamel). Aus den Gerichtsakte selbst geht keine einzige Datumsangabe hervor, so dass nicht mit Sicherheit gesagt werden kann ob Ramses während des Mordanschlags starb oder nicht.

Fest steht allerdings, dass das Attentat von mehreren Personen – die Gerichtsakten sprechen von 28 Männern und mehreren Frauen (vgl. auch pTurin) – geplant wurde. Ausgangspunkt des Attentats war – so Höber-Kamel – die Tatsache, dass zu jener Zeit noch kein Nachfolger von dem Pharao ernannt wurde und dass demnach verschiedene Harimsdamen bzw. Nebenfrauen ihren eigenen Sohn auf dem thron Ägyptens sehen wollten. Zu derartigen Nebenfrauen zählt exemplarisch Tiji, die eine Verschwörung anzettelte um ihren Sohn Penta-weret auf den Thron zu bringen.

Obwohl so viele Frauen und Männer an der Verschwörung gegen Ramses III. beteiligt waren, misslang der Mordversuch (ob Ramses nun nach wenigen Tagen starb – Breasted spricht von 21 Tagen – oder ob er überlebte). Die Täter wurden vor Gericht gestellt und erhielten ihre gerechte Strafe, wobei die hohen Würdenträger – wie etwa der genannte Sohn der Tiji: Penta-weret – sich selbst das Leben nehmen mussten und andere Nase und Ohren abgeschnitten bekamen.

Der Tod Ramses III. – ob nun durch das Attentat hervorgerufen oder natürlich – trat nach Breasted zu Beginn  seines 32. Regierungsjahres, im dritten Monat der schemu-Jahreszeit ein. Er wurde im Tal der Könige im Grab KV 11 beigesetzt und später von Priestern in die Cachette von Deir el-Bahari DB320 umgebettet. Auf Ramses III. Folgte schließlich sein Sohn Ramses IV. 

Nach Ramses III. Tod ging Ägypten immer zielstrebiger dem Verfall entgegen. Dies bedeutet insbesondere, dass keiner der nachfolgenden Pharaonen Ägypten jemals wieder zu einem derartigen Reichtum der 18. und 19. Dynastie brachte und dass kein Nachfolger auch nur annährend an die großen Taten Ramses III. und seiner Vorgänger herankam. Aus diesem Grund kann man zum Einen von Ramses III. als „dem letzten großen Pharao“ sprechen zum Anderen von dem Ende einer Ära.

 

 

KV 11 - Das Grab Ramses III.

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Literatur

Arnold, Dieter: Lexikon der ägyptischen Baukunst. Düsseldorf: Albatros, 2000. 

Beckerath, Jürgen von: Chronologie des pharaonischen Ägyptens. Mainz: Zabern, 1997. 

Breasted, J.H.: Geschichte Ägyptens. Lizensausgabe 2001. Köln: Parkland Verlag. 

Clauss, Manfred: Das Alte Ägypten. Berlin: Fest Verlag, 2001. 

Höber-Kamel, Gabriele: Ramses III., Biographie des letzten großen Pharaos. In: Kemet 2/2001.   

Hornung, Erik: Das Tal der Könige. München, Beck, 2002.

Jacq, Christian: Das Tal der Könige. München, Knaur, 2000.

Reeves/Wilkinson: Das Tal der Könige. München: Econ Verlag, 1997.

Schneider, Thomas: Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf: Albatros, 2002.