Sesostris III.

Titulatur

Familie

Herrschaftslänge

Außenpolitik

Grabkomplex

         

Titulatur:

 

Horusname: Mit göttlichen Gestalten Ntrj-hprw
Nebtiname: Mit göttlicher Geburt Ntrj-mswt
Goldname: Der Gestalt gewordene Goldfalke Bjk-nbw hpr
Thronname: Mit erschienenen Ka-Kräften, ein Re H' j-k3w-R'
Eigenname: Mann der Mächtigen S-n-Wsrt

 

Familie:

Sesostris III. ist der 5. König der 12.Dynastie und gehört damit zu der Ära des Mittleren Reiches. Er ist Nachfolger Sesostris II. Zwei Frauen sind als seine Gemahlinnen bekannt: Chenmetneferhedjet und Nofrethenut. Insgesamt hatte Sesostris vier Töchter: Senetsenebtisi, Menet, Sathathor und Merit

 

Herrschaftslänge:

    Die Regierungslänge Sesostris III.  ist nicht eindeutig zu bestimmen. Hierbei klaffen die Meinungen der Wissenschaftler extrem auseinander. Der bisher höchste überlieferte Zeitraum seiner Regierung beläuft sich auf 19 Jahre. Als Beweis hierfür gilt ein Block aus Uronarti am 2. Katarakt. Weiterhin wurde als Hinweis auf eine Herrschaft von 19. Jahren die Illahun-Papyri herangezogen, innerhalb welcher ein Übergang von einem Jahr 19 zu einem Jahr 1 belegt ist, der auf Sesostris III. schließen lässt. J. v. Beckerath erwähnt diesbezüglich noch den Berline Papyrus, in welchem ebenfalls der Regierungswechsel von Jahr 19 zu Jahr 1 erwähnt wir (Beckerath 1997). Diese Beweise scheinen eindeutig auf eine neunzehnjährige Herrschaft des 5. Pharaos der 12. Dynastie hinzuweisen. Allerdings wird eine Regierung von  "39"Jahren, welche von Helck  u.a. vertreten wird, durch ein Jahresdatum das 1994 im Taltempel des Kenotaphs in Abydos gefunden wurde gestützt. Hier liegen nun zwei Jahresangaben vor, die sich um 20 Jahre unterscheiden. Genauere Angaben können derzeit noch nicht gemacht werden (T. Schneider 2002). Nach Annahme einer neunzehnjährigen Herrschaft ergibt sich damit eine Regierungzeit von 1837-1818 v.Chr. entsprechend bei einer 39-jährigen bis 1798 v.Chr. (Angaben nach Schneider 2002).

Aus der Regierungszeit Sesostris III. ist uns das älteste bekannte Sothisdatum (siehe Sirius: ägyptischer Kalender) bekannt, welches - in Verbindung mit weiteren Monddaten - eine genaue Chronologie des Mittleren Reiches erlaubt.

 

Außenpolitik:

Unter Sesostris III. sind viele Feldzüge - vor allem in nubische Gebiete  - belegt. Der einzige Vorstoß nach Palästina, in die Gegend von Sichem, wird durch die Stele des Chusebek belegt, wodurch sich das außenpolitische Interesse des Pharaos vornehmlich auf Nubien konzentrierte. In diesen nubischen Feldzügen im Jahr 8,10,16 und 19 wird vor allem die ägyptische Herrschaft bis an das 2. Katarakt verstärkt und etabliert.

nubischer Feldzug im  Tätigkeit/Grund/belegt durch:

 

Jahr 8: Dieser Feldzug wird durch eine Stele in Sehel belegt.  Sesostris III. lässt einen Kanal durch den 1. Katarakt bei Elephantine erbauen, damit die Schiffe den Nil an dieser Stelle aufgrund der Stromschnellen besser passieren können. Anschließend führt ihn der Weg weiter bis nach Semna zum 2. Katarakt. Hier lässt der Pharao eine Stele errichten, welche den Nubiern verbietet in das Gebiet nördlich des 2. Katarakts vorzudringen.
Jahr 10: Dieser Feldzug wird durch eine Felsinschrift zwischen Assuan und Philae belegt.
Jahr 16: Der Feldzug im Jahr 16 wird durch eine Stele in Semna und durch eine weitere  Grenzstele in Uronarti belegt. In dem Text der Stele wird der 2. Katarakt als Grenze ausgewiesen und verpflichtet alle weiteren Pharaonen Ägyptens diese Grenze nicht aufzuheben. Nach dem Text der Stele ist Sesostris III. bis "zu den Brunnen" der Nubier vorgedrungen, hat ihr Land dem Erdboden gleichgemacht und Gefangene genommen (T. Schneider 2002). Weiterhin wurde bei diesem Feldzug die Festung in Uronarti angelegt.
Jahr 19: Hier gilt als Beleg die Stele in Uronarti und die Stelen des Sasatet und Ijchernofret aus Abydos. Bei diesem Feldzug im Jahr 19 der Regierung Sesostris III. wurden die Nubier in das Gebiet zwischen dem 2. und 3. Katarakt hinein verfolgt.

 

Semna-Stele des Sesostris III.:

Semna-Stele Sesostris III. ; 12. Dyn.; Quarzit Quelle: Wildung,2001     Auszug aus dem Text:

"Ich habe meine Grenze über die meiner Väter hinausgedrückt, ich habe vermehrt was mir vererbt war. [...]Jeder Sohn von mir, der diese Grenze die meine Majestät gemacht hat, erhält, der ist mein Sohn. Wer sie aber zugrund e gehen lässt und nicht für sie kämpft, der ist nicht mein Sohn und ist mir nicht geboren. Meine Majestät hat auch eine Statue meiner Majestät machen lassen auf dieser Grenze, welche meine Majestät gemacht hat, damit ihr auf ihr gedeiht und damit ihr auf ihr kämpft"

Originaltextquelle: D. Wildung 2001

 

Grabkomplex:

Sesostris III. ließ seinen Grabkomplex in Dahschur errichten, nördlich der Pyramide Amenemhats II. Sein Grabkomplex zeigt im Süden bereits Elemente der "Millionenjahrhäuser" des Neuen Reiches. Seine Pyramide ist die erste die komplett aus Ziegeln erbaut, wobei auf das Steingerippe der Vorgängerbauten verzichtet wurde,  und anschließend mit Turakalkstein überzogen wurde. Der Komplex ist wie der des Djoser nordsüdlich orientiert (Stadelmann 1997).

heute zerfallene Pyramide Sesostris III.  Die Pyramide ist heute leider verfallen, dennoch lässt sich die ursprüngliche Architektur erkennen. Von dem auf die Westseite verlegte Eingang führt ein Gang in die gewölbte Grabkammer hinab, in der ein nischengeschmückter Sarg aus rotem Granit steht.

Im Süden der Pyramide befinden sich die Gräber für die Königinnen und im Norden vier miteinander verbundene Prinzessinnenmastabas (Schneider 2002). Außerhalb der Umfassungsmauer befinden sich tiefe Schächte in denen Schiffe bestattet wurden, wie es im Alten Reich Tradition war (Stadelmann 1997).

Neben seinem Grabkomplex in Dahschur ließ sich Sesostris III. ein gigantisches Felskorridorgrab in Abydos errichten. Dies enthielt drei aufeinanderfolgende Scheingräber (Kenotaphe) und ein Osirisgrab. Letzteres blieb jedoch unvollendet. Sein Felsgrab in Abydos wurde - laut Stadelmann - bezüglich Technik und theologischer Konzeption Vorbild für die späteren Gräber des Neuen Reiches.