| Brettspiele im Alten
Ägypten
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| Das
Senet-Spiel
Das Senet-Spiel ist laut Brunner-Traut bereits seit der Frühzeit bekannt und erfreute sich durch alle Epochen des pharaonischen Ägypten an großer Beliebtheit, was sich insbesondere auch an der Fülle der gefundenen Exemplaren ablesen lässt. Diesbezüglich wurden Spiele gefunden, die aus Ebenholz und Elfenbein gefertigt wurden (wie etwa das Senet des Königs Tutanchamun - siehe Bild unten), andere die aus Ton oder Alabaster hergestellt wurden, aber auch solche die lediglich zum kurzen Spielvergnügen in Stein geritzt wurden (vgl. Rachet, 339; Brunner-Traut, 96). Die hieroglyphischen Inschriften spiegeln teilweise die Atmosphäre wider in welcher sich die spielenden Leute befanden:
Man kann sich bei diesen Wort gut vorstellen, dass das Spielen den Menschen äußerste Freude bereitete, gerade wenn sie in einer Weinlaube, im Garten oder in der Halle des Wohnhauses spielten. Das Senet-Brettspiel hieß snt
Senet-Spiel des Tutanchamun, 18. Dynastie Einige Felder waren mit Zahlzeichen gekennzeichnet, andere mit Symbolen für den Himmel oder die Hölle und andere wiederum trugen Figuren von Menschen und Göttern. So wurde das Feld 15 exemplarisch als "Haus der Wiedergeburt" bezeichnet, Feld 26 als "Das schöne Haus" und Feld 27 als "Wasserfeld". Der Spieler musste dabei versuchen die 30 Felder, unter Vermeidung der gefährlichen Positionen - zu denen unter anderem Feld 27 zählt - , zu durchwandern. Ganz genau konnten die Spielregeln bis heute nicht erklärt werden. Dennoch gibt es einige Grundregeln, welche die Wissenschaftler, zumindest in Umrissen, erforschen konnten. Der Sinn des Spiels bestand darin alle 30 Felder in geschlängelter Form zu passieren und als Erster alle Steine des Gegners herauszuspielen (wohl ähnlich wie bei unserem Schachspiel). Zu Beginn des Spiels wurden die Spielsteine - etwa fünf bis sieben pro Reihe - abwechselnd auf die fortlaufenden Felder gesetzt. Die Anzahl der Züge wurde entweder mit Wurfstäbchen bestimmt oder mit Wurfknöchel, den sogenannten Astragalen (=Sprungbein der Hinterfüße von jungen Lämmern). Die höchste zu erreichende Wurfzahl war fünf. Gelang es dem Spieler diese zu würfeln, so konnte er fünf gleiche Steine des Gegners blockieren. Die Spielsteine des Mitspielers konnten nur dann herausgespielt werden, wenn sie alleine, d.h. ohne Kontakt zu ihresgleichen standen. Der letzte Schritt war einer der Schwersten. Stand eine Spielfigur auf einem der drei letzten Felder, so musste der Spieler die genaue Anzahl an Augen würfeln, die bis zu einem gedachten 31. Feld noch fehlten. Ich denke man kann diesen letzten Schritt mit unserem "Mensch ärgere dich nicht" vergleichen. Einige Menschen spielen das so, dass die letzte Figur die noch in den "Stall" muss nur dann rein darf, wenn der Würfel genau die fehlende Augenzahl anzeigt, ansonsten muss die Spielfigur draußen warten, bis der Würfel bei erneutem werfen die entsprechende Augenzahl anzeigt. Doch dies ist nur eine Vermutung. Decker gibt das heute verbreitete Backgammon als Vergleichsmöglichkeit an, zumindest was einige Elemente des Senet-Spiels betrifft.
Senet-Brettspiel; Neues Reich Laut Brunner-Traut lagen die Anfänge der Brettspiele in theologischen Vorstellungen, wobei sich das rituelle Spielen allmählich zur Unterhaltungskunst entwickelte. Bezüglich des Senet können religiöse Vorstellungen noch bis in das neue Reich hinein verfolgt werden. Hier wurde das Spiel dem Verstorbenen mit ins Grab gegeben oder an den Wänden abgebildet. Die Spielszene des Toten oder das Spiel an sich symbolisiert den Weg des Toten durch die Unterwelt, wobei der Spielerfolg unter anderem die Voraussetzung für das Leben im jenseits war (vgl. Decker). So wurde beispielsweise Nefertari, die Große Königliche Gemahlin Ramses II., in ihrem Grab (Grab der Nefertari) beim Senet spielen dargestellt (Bild unten).
Nefertari beim Senet spielen
Das 20er-Spiel ist eine etwas abgewandelte Form des oben beschrieben Senet. Das Spielfeld besteht hier aus 3 x 4 + 8 Feldern, wobei vier Reihen zu je drei Feldern das einem Ende zieren und ein "Steg", bestehend aus acht Häusern den restlichen Teil des Spielfeldes darstellen (siehe Bild unten). Die mittlere Spalte des Spielbrettes trägt demnach insgesamt 12 quadratische Spielhäuschen.
Quelle: Decker, 136
Das 20er-Spiel wurde oft auf der Unterseite eines Spielkastens abgebildet, welcher auf der Oberseite das Senet trug. Wie bei dem Senet-Spiel so sind auch hier einzelne Spielfelder beschriftet. Leider wissen die Ägyptologen über Spielführung und -regeln sehr viel weniger als bei dem Senet. Sicher ist jedoch, dass dieses 20er-Spiel bzw. Varianten davon bis in die hellenistische Zeit Bestand hatte, wo als "Alexanderspiel" gespielt wurde. Eine bestimmte Variante des 20er-Spiels wird als 31er-Spiel bezeichnet, da ein weiteres Rechteck mit 3 x 4 Feldern hinzukommt. Dieses Spiel ist bis heute aber insgesamt nur drei mal belegt. So unsicher die Spielregeln auch sind, um so sicherer ist die Erkenntnis, dass dieses Spiel erneut einen symbolischen Charakter in Gräbern aufzeigt. Dies geht eindeutig aus Inschriften hervor, die besagen:
Das Schlangenspiel war bereits seit der Frühzeit beliebt wurde aber
hauptsächlich nur bis zum Ende des Alten Reiches gespielt. Im Alten
Ägypten wurde es "mehen"
Auch dieses Spiel hatte in Form von Grabbeigaben oder als Abbildung im Grab eine religiöse Bedeutung: gewann der Tote dieses Spiel so schütze es vor giftigen Schlangenbissen. Laut Decker wird diese Annahme durch den Spruch 172 des Totenbuchs bestärkt, in dem es heißt:
Mehen-Schlangenspiele:
Das Schildspiel ist auch bekannt als "Hund-und-Schakal" oder als "30-Punkte-Spiel". Im Gegensatz zu den anderen oben erwähnten Spielen ist das Schildspiel nur von Spielbrettern selbst her bekannt und nicht durch Darstellungen in Gräbern. Das Spielbrett ist in zwei symmetrische Hälften eingeteilt, von denen jede einmal 10 Löcher in der Mitte besitzt und weitere 19 Löcher an dem jeweiligen Rand. Jeder Spieler hatte demnach sein eigenes Spielfeld. Als Spielfiguren dienten Stäbchen die jeweils in einem Hundskopf und in einem Schakalkopf auslaufen (daher auch der Name "Hund-und-Schakal"), von denen die Mitspieler 5 Stück besaßen. Jeder Spieler hat 29 Felder zu durchlaufen. Daneben existiert auf dem Spielbrett ein zentrales 30. Loch, das den Spielern gemeinsam ist. Das Ziel dieses Spiels könnte darin bestanden haben, als Erster dieses 30. Loch zu erreichen.
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