| KV 34 - die
Ruhestätte des Pharaos
Reihenfolge der Arbeiten im Grab - Übersicht
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| Kurzsteckbrief
nach Reeves/Wilkinson 2000: Das Tal der Könige. Geheimnisvolles Totenreich der Pharaonen.
Das Grab - KV34 - wurde am 12. Februar 1898 von Mitarbeitern Victor Lorets entdeckt. Es ist eines der "[...]ausgefeiltesten architektonischen Leistungen im Tal der Könige" (Reeves 2000, 97) sowie eine der schönsten Anlagen und verzaubert durch die guterhaltenen Wanddekorationen. Es wurde - ganz gegen die Gewohnheiten der 18. Dynastie - an einer Stelle am südlichen Ende des Tals erbaut. Hier befindet sich - ca. 10 Meter über der Sohle des Wadis - ein Spalt im Felsen, an wessen Ende des Grab angelegt wurde. Es ist demnach gut versteckt und auch nur schwer zugänglich.
Eingang und Brunnenschacht Das Grab weist zunächst einen charakteristischen Achsenknick auf, wie er auch bei Ramses II. zu finden ist. T. Kühn (2001) vermutet, dass der Achsenknick die gewundenen Wege des Jenseits symbolisch darstellen sollte. Das Grab führt vom Eingang steil hinab bis in die Grabkammer. Der schräg abfallende Eingang wird von zwei Korridorgängen mit einem Brunnenschacht gefolgt. Die Wände des Brunnenschachtes sind mit sogenannten checher-Friesen geschmückt, während die Decke mit Sternen übersäht ist. Checher-Fiesen sind Abschlussornamente dekorierter Wandflächen und bestehen aus einer Abfolge gleicher Elemente (wie gebündelter und geknoteter Teppichfriesen oder Schilfbündel). Über die Funktion des Brunnenschachtes gab es vielerlei hitzige Diskussionen. Es wurde teilweise sogar vermutet, dass er Grabräuber vor dem Vordringen bis zur Vor- und Grabkammer hindern sollte. Dazu gibt es aber keine stichhaltigen Ansatzpunkte (T. Kühn 2001). Weitaus logischer ist die Erklärung, dass der Schacht die möglichen eindringenden Wassermassen - die in seltenen Fällen auch Theben heimsuchten - auffangen sollte und dass diesbezüglich eine Überflutung der Grabkammer verhindert werden könnte. Weiterhin gab es wahrscheinlich auch eine religiöse Bedeutung des Schachtes der als "Halle des Abschneidens" bezeichnet wurde. In theologischer Hinsicht - so Kühn - kann die Vertiefung mit dem symbolischen Grab des Unterweltgottes Sokar und/oder Osiris in Verbindung gebracht werden.
Vorkammer Auf den Brunnenschacht folgend wurde die Vorkammer errichtet, deren Dekoration verschiedene Götter - insgesamt 741 Gottheiten - die im Amduat auftauchen auflistet. Die Grundform des Raumes weicht von der konventionell gebrauchten Form des Rechtecks ab und wurde trapezförmig errichtet.
Grabkammer Die Grabkammer enthält wie die Vorkammer zwei Säulen, wird jedoch noch um vier Vorratskammern erweitert (vgl. Reeves/Wilkinson 2000). Sie wurde oval - demnach ähnlich einer Königskartusche - errichtet und weist diesbezüglich auf den ewigen Kreislauf der Sonne und damit auf den Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt hin (Kühn 2001). Die Grabkammer wurde zum Einen mit den drei Büchern des Amduat verziert, die scheinbar wie eine Papyrusrolle aufgemalt wurden (ebd.). Sie zeigt demnach eine vollständige Abschrift des Buches "Von dem was in der Unterwelt ist" (Amduat) und ist zugleich die uns älteste bekannteste Abschrift. Der Anfang des Buches wurde an die westlich gelegenen Wände des Grabes geschrieben und endete schließlich mit folgenden Worten an den Ostwänden:
Zum Anderen sind Szenen aus der Litanei des Re des "Buches der Anbetung des Re im Westen" dargestellt. Hier werden verschiedene Erscheinungsformen des Sonnengottes in der jenseitigen Welt geschildert. Als besonderes und ungewöhnliches Motiv in der Grabkammer, gilt eine Darstellung des Königs bei welcher er von der Baumgöttin Isis (Isis als Sykomorenbaum) gesäugt wird. Es kann vermutet werden - so Reeves/Wilkinson - dass mit "Isis" die Göttin selbst, als auch die Königinmutter "Isis" damit gemeint sein könnte.
Die Decke der Sargkammer wurde wie die anderen Räume mit dem dunkelblauen Nachthimmel und gelben Sternen versehen. In der Mitte der Grabkammer stand der aus gelben Quarzit gearbeitete kartuschenförmige Sarkophag des Königs, welcher heute - nach Restaurationen - immer noch dort steht.
Reihenfolge der Arbeiten im Grab - Übersicht nach Romer zit.n.: T. Kühn in Kemet 3/2001
Bereits in der 21. Dynastie, also nur 3 Dynastien später, wurde Thutmosis Grab ausgeraubt, beschädigt und geplündert. Die Grabräuber gingen besonders brutal vor. Sie schleuderten Grabbeigaben, wie Möbel, vergoldete Holzbilder und andere Gegenstände gegen die Grabwände und was das schlimmste ist, sie zerstörten die Mumie teilweise. Der Sarkophag war durch rücksichtsloses Öffnen des Sargdeckels beschädigt worden um an die Bandagen der Mumie zu gelangen, die Amulette und Edelsteine barg. Priester stellen wohl die Zerstörung des Grabes fest, nahmen die Mumie heraus und wickelten sie in neue Leinenbinden. Anschließend wurde die Mumie Thutmosis III. mit samt seinem Sarg - von dem auch das Blattgold entfernt wurde - in das Mumienversteck von Deir el-Bahari gebracht wo er in Frieden ruhen sollte. Das ursprüngliche Grab Thutmosis III. wurde in der Spät- und Ptolemäerzeit für zwei private Begräbnisse genutzt. Hier wurden zwei weibliche Personen beerdigt, die aber nicht in der Grabkammer, sondern in zwei der Nebenkammern beigesetzt wurden.
Da das Grab bereits früher ausgeraubt wurde, konnten nicht mehr viele Grabbeigaben geborgen werden. Die nachfolgende Tabelle listet einige der gefundenen Grabbeigaben auf. Sie ist eine Zusammenführung der aufgelisteten Beigaben nach T. Kühn und Reeves/Wilkinson:
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