Bauwerke

Wie seine Vorgänger bemühte sich auch Thutmosis III. vielfältige Bauvorhaben zu realisieren. So lässt sich heute die rege Bautätigkeit Thutmosis III. in vielen Teilen des Landes, in Nubien und Vorderasien nachweisen. So ließ er beispielsweise in Byblos einen Tempel für die Göttin Hathor errichten und in Kusch veranlasste er die Weiterführung und den Ausbau zweier Tempel in Semna. Wie alle großen Pharaonen legte er den bautätigen Schwerpunkt jedoch auf Theben, die Hauptstadt des Landes. Hier erweiterte er beispielsweise den großen Tempelbezirk von Karnak um eine neue Umfassungsmauer, welche mit Türmen ausgestattet wurde. Im Amun-Bezirk von Karnak erweiterte er Kapellen für Amun und Sokar und ließ Erweiterungsbauten durchführen. Als besonderes Bauwerk kann der botanische Garten im Karnaktempel verstanden werden, wo Thutmosis exotische Pflanzen und Tiere in Stein verewigen ließ. Weiterhin ließ er den sogenannten 6 und 7 Pylon erbauen und vervollständigte den 8. Pylon seiner Tante und Stiefmutter Hatschepsut.

Zwischen dem Terrassentempel der Königin Hatschepsut in Deir el-Bahari und dem 500 Jahre älteren Tempel Mentu-Hotep II. ließ Thutmosis einen weiteren Terrassentempel anlegen: Djeser-achit. Thutmosis übergab die Aufgabe des Baus in seinem 43. Regierungsjahr seinem Wesir Rech-mi-Ra. Warum er genau diese Lage wählt kann nicht genau gesagt werden. Alle Aussagen hierzu unterliegen subjektiven Vermutungen und sind damit spekulativ. In Kemet 3/2001 wird exemplarisch vermutet, dass Thutmosis diesen Ort wählte um seine erfolgreiche Herrschaft am Platz seiner Vorfahren zu verewigen. Heute sind von Djeser Achit nur noch Überreste vorhanden.

Djeser-achit (= "am heiligen Horizont"), die Tempelanlage Thutmosis III, - überragte die beiden vorherigen (Hatschepsuts und Mentuhotep II.) dadurch, dass die obere Terrasse 18,7 Meter über dem Tal angelegt wurde. Laut Höber-Kamel 3/2001 liegt die Besonderheit des Tempels darin, dass er genau auf den Karnak-Tempel ausgerichtet war. Demnach richtete sich die Achse Djeser-achits jenseits des Nils fort. Beide Tempel waren diesbezüglich über eine [gedachte] gerade Linie miteinander verbunden. 

 

  Djeser achit     Dieser Tempelbezirk bestand  - so weit aus den vorgenommenen Untersuchungen hervorgeht - aus einem Taltempel, einem 100 Meter langen Aufweg mit einer Steigung von ca. 20% und dem eigentlichen Tempelgebäude. Auf dem halben Weg zum Tempel muss sich sich ein  11x16 Meter großes Stationsheiligtum befunden haben, das sich aus einem Pfeilerumgang und einem Barkenheiligtum  zusammensetzte.  Der Terrassentempel, der überwiegend aus Sandstein bestand gliederte sich in eine Eingangshalle (a), die man über eine 91,5 Meter lange Rampe erreichen konnte, ein Granittor (b), das sich hinter der Vorhalle befand und durch welches man in das sogenannte Hyposthyl (c) gelangen konnte [dieses Hyposthyl soll ein von 12 Säulen getragenes Zentrum besessen haben], eine Säulenhalle (d) in der [vermutlich - so Höber-Kamel] die heilige Barke des Amun während seines Aufenthalts im Tempel aufbewahrt wurde und weitere Saktuarien und Räume (exemplarisch ein kleiner Vier-Säulen-Saal (e)) die für die Kulthandlungen benötigt wurden. 

 

 

Lobeshymnus der Priester auf Thutmosis III.

entnommen aus: J. H. Breasted: Geschichte Ägyptens. 2001 Lizenzauagabe, 194ff.

 

Dieser Text der Priester wurde so verfasst, als ob der Gott Amun selber die Lobeshymne auf Thutmosis III. sing. Der Text wurde in den letzten Lebensjahren des Herrschers verfasst.

Ich bin gekommen und habe dir verliehen, die Fürsten von Zahi niederzuwerfen.

Inmitten ihrer Berge habe ich sie dir zu Füßen geschleudert. Ich ließ sie deine Majestät schauen als einen Herrn des Glanzes, so daß du in ihr Antlitz schienest wie mein eigenes Bild.

Ich bin gekommen und habe dir verliehen, die Asiaten niederzuwerfen - Du hast die Häupter der Asiaten von Rezenu gefangengenommen. Ich ließ sie deine Majestät schauen mit deinem Schmucke ausgestattet, Wenn du die Kriegswaffen auf dem Streitwagen angelegt hast.

Ich bin gekommen und habe dir verliehen, das Ostland niederzuwerfen - Du hast niedergeworfen, die in den Bezirken des Gotteslandes sind. Ich ließ sie deine Majestät schauen als einen kreisenden Stern, Wenn er im Feuer seine Flamme versprüht und seinen tau von sich gibt.

Ich bin gekommen und habe dir verliehen, das Westland niederzuwerfen - Die Leute von Keft und Zypern sind voll Schrecken. Ich ließ sie deine Majestät schauen als einen jungen Stier, Festen Herzens, mit Hörnern bewehrt und unwiderstehlich.

Ich bin gekommen und habe dir verliehen, die Marschbewohner niederzuwerfen - Die Länder von Mitanni zittern aus Furcht vor dir. Ich ließ sie deine Majestät schauen als ein Krokodil, Den furchtbaren Gebieter des Wassers, den Unnahbaren.

Ich bin gekommen und habe dir verliehen, die Inselbewohner niederzuwerfen - Die inmitten des großen Meeres sind, hören dein Gebrüll. Ich ließ sie deine Majestät schauen als den Rächer, Der sich über seinem geschlagenen Opfer erhebt.

Ich bin gekommen und habe dir verliehen, die Libyer niederzuwerfen - Die Inseln der Utentiu gehören deiner Stärke und Macht. Ich ließ sie deine Majestät schauen als einen wildblickenden Löwen, Und du machtest sie zu Leichen in ihren Tälern.

Ich bin gekommen und habe dir verliehen, die äußersten Enden der Welt niederzuwerfen - Den Umkreis des Ozeans ist in deine Faust eingeschlossen. Ich ließ sie deine Majestät schauen als einen aufsteigenden Falken, Der packt, was er erspäht, soviel er begehrt.

Ich bin gekommen und habe dir verliehen, die deiner Grenze nahe sind, niederzuwerfen -  Du hast die Sandbewohner lebend gefangengenommen. Ich ließ sie deine Majestät schauen als einen Schakal des Südens, Schnellfüßig, verstohlen schleichend, indem er die beiden Länder durchstreift.