| Das Totengericht
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| Um in das Jenseits - in das Land des Osiris
und aller anderen Götter - aufgenommen zu werden, musste der Tote
zunächst eine Prüfung bestehen. Bevor er vor das Totengericht treten
konnte, hatte der ach - die Unsterblichkeit des Toten, die mit Re
in seinem Boot fahren oder bei Osiris auf "dem Feld des
Schilfes" verweilen konnte, die Seele die am Tag das Grab verlassen
konnte und am Abend am Himmel funkelte - eine lange Reise durch ein
Labyrinth von Toren und Türen vor sich. Um durch diese Türen treten zu
können, musste der ach unentwegte Befragungen, durch Pförtner oder
durch die Türen selbst durchstehen und die richtige Antwort dazu geben.
Laut Tyldesley (1999) konnte der ach die Namen seiner Feinde nennen, was
ihm einen entscheidenden Vorteil einbrachte:
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| (Quelle des Originaltextes: Tyldesley 1999)
Um die richtige Antwort auf die Fragen zu geben bzw. diese nicht zu vergessen, mussten sich die wenigsten Menschen Sorgen machen. An Hand von Zaubersprüchen, Sargtexten, Pyramidensprüchen oder Kapitel aus dem Buch "des Tagweisen Weiterkommens" wurden den meisten Toten mit ins Grab gegeben, um auf diese Weise falschen Antworten zu entgehen. Das "Buch des Tageweisen Weiterkommens" ist heute besser als Totenbuch bekannt. Nachdem er die Reise durch das Labyrinth erfolgreich bestanden hatte, kam der ach zur Halle des Gerichts. Hier saßen 42 Götter die quasi als Zeugen zugegen waren. Vor Osiris musste sich der Tote für sein Leben rechtfertigen. Wichtig war das vermeiden von Sünden, denn jede begangene Sünde ließ das Herz des Lebenden schwerer werden. Anschließend wurde das Herz des Toten auf der Waagschale der Ma'at, gegen die Feder der Ma'at gewogen. Die Feder war das Symbol der Göttin Ma'at, der Göttin der Gerechtigkeit und der Weltordnung. War das Herz zu schwer, schwerer als die Feder der Wahrheit und des Rechts, folglich von Sünden im Leben gekennzeichnet, wurde es von der "Totenfresserin" Ammut - ein schauriges Wesen mit Krokodilskopf - verschlungen und starb dadurch den zweiten endgültigen Tod. Dieser zweite Tod hatte die Auslöschung des Geistes und des Namens inhärent, wodurch der Eintritt in Osiris' Gefilde für ewig verweigert wurde. Der Leichnam wurde hierbei physisch zerstört, wodurch der ka seinen Körper nicht mehr erkennen konnte, folglich auch der ba und der ach vernichtet und jegliche Erinnerung an den Toten ausgelöscht wurde. bei diesem Gericht schrieb der Gott Toth das Ergebnis auf und übertrug dies auf eine Schriftrolle. Die Seelen der Toten, deren Herzen leichter gewogen wurden, konnten sich auf das ewige Leben im Kreise der Götter freuen. |