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Totenkult im Alten Ägypten
Die Verpflichtung der Lebenden
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| Vorsorge
für den Tod
Das Grab sollte nach dem Tod sozusagen das neuen Heim des Verstorbenen darstellen. Diesbezüglich gibt es eindeutige Quellen seit der 1. Dynastie (vgl. U. Verhoeven 1997).Aus diesem Grunde sollte der Ka des Toten auch alle Annehmlichkeiten, wie im Leben, haben. Beispielsweise einen Wohnraum, Empfangsraum oder eventuell sogar einen Waschraum (Tyldesley 1999). Da der Verstorbene auch im Jenseits lebte, benötigte er allerlei Gegenstände die nützlich sind: Möbelstücke, Kleidung, Gefäße, Kosmetika, Schmuck, Spielzeug, etc. All diese Sachen wurden somit der Mumie mit ins Grab gelegt.
Weiterhin sollten Frauenstatuetten und Amulette (siehe Symbole) ein möglichst lebensnahes und unbeschadetes Dasein ermöglichen. Wichtig erscheint hier der Terminus "lebensnah", denn je höher der Lebensstandart im Leben, desto höher und umfangreicher waren auch die Grabbeigaben. Da der Ka des Verstorbenen auch Nahrung und Flüssigkeit zum Überleben zu sich nehmen musste, wurden bereits seit der Vorgeschichte Nahrungsmittel in das Grab gelegt. Dieses Totenopfer (prt-hrw) oder das "Ewige Mahl" bestand (exemplarisch aus dem Grab einer älteren Frau in Sakkara, 2. Dynastie) aus Brot, Gerstenbrei, Grillfisch, Taubenragout, geröstete Wachteln, gekochte Nieren, Rinderrippen, gegarte Feigen, frische Beeren, Honigkuchen, Käse und Wein (vgl. Tyldesley 1999).
Die Verpflichtung der Lebenden Damit der Verstorbene auch wirklich im Jenseits weiter- bzw. wiederexistieren konnte, mussten die Lebenden bestimmte Aufgaben erfüllen. So mussten sie zum Beispiel ständig Wasser vor dem Grab ausgießen, damit der Ka trinken konnte und die Nahrungsmittel erneuern. Von besonderer Wichtigkeit war die Erinnerung der Lebenden an den Namen des Toten, denn nur wenn der Name weiterexistierte konnte auch der Verstorbene bei Osiris existieren. War der Name ausgelöscht konnten die Götter den Toten nicht mehr finden. Die lebenden Angehörigen mussten folglich das Grab und das Andenken an den Toten pflegen und sicherten ihm somit seine jenseitige Existenz. In den ägyptischen Lebenslehren wird die Pflege des Totenkults als "Eigenschaft eines vorbildlichen Menschen" beschrieben. Laut U. Verhoeven wird hierbei auch der Eigennutz nicht vergessen, wie aus der Lehre des Ani aus dem Neuen Reich hervorgeht: "Spende Wasser für deinen Vater und deine Mutter, die im Wüstental ruhen [...]Laß die Menge wissen, daß du es tust, dann wird dein Sohn es auch für dich tun." (Lehre des Ani zit. n.: Verhoeven 1997). Innerhalb der königlichen Familie übernahmen die Priester die Pflege der Toten, so dass die königliche Familie sich diesbezüglich keine Sorgen machen musste.
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