| Die Traumstele Thutmosis
IV.
Entnommen
aus: Christine El-Mahdy: Tutanchamun
- Leben und Sterben des jungen Pharaos Die Legende berichtet, dass Thutmosis IV., während er jagte, in der Mittagszeit im Schatten des Sphinx einschlief und im Traum der Sphinx zu ihm sprach, wenn er ihn von Sand befreien würde, dann würde er die Herrschaft über die Beiden Länder erlangen. Als Thutmosis erwacht, bewahrt er dieses Geheimnis in seinem Herzen und bringt dem Gott Opfer dar.
|
|
Darstellung: Rechts: „Der König von Ober- und Unterägypten, Mencheperure Thutmosis, dem Leben gegeben werde“ macht eine Weihräucherung vor „Horus im Horizont“ Der Sphinx sagt: „Worte sprechen: Ich habe Leben und Heil dem Herrn der beiden Länder Thutmosis gegeben.“ Links: „Darbringen aus dem nemeset-Gefäß“ Rede des Sphingen: „Worte sprechen: „Ich habe Kraft gegeben dem Herrn der beiden Länder, Thutmosis.“
Zwischen den Darstellungen: „Worte sprechen: Ich habe Mencheperure erscheinen lassen auf dem thron des Geb, Thutmosis im Amt des Atum.“
Inschrift: Jahr 1, 3. Monat Achet, 19. Tag unter der Majestät des Horus „Starker Stier, vollkommen an Kronen“, die beiden Herrinnen „Dauernd an Königtum wie Atum“, Goldhorus „Stark an Kraft, der die Neunbogen abwehrt“, König von Ober- und Unterägypten Mencheperure, Sohn des Re Thutmosis, geliebt von [Horus-im-Horizont], dem Leben, Dauer und Heil wie Re ewiglich gegeben werde. Es lebe der gute Gott, Sohn des Atum, Schützer des Harachte, lebendes Abbild des Allherrn; Herrscher, von Re geschaffen, trefflicher Erbe des Chepri, mit vollkommenem Gesicht wie sein Vater, der hervorkam, vollendet und ausgestattet mit seiner Gestalt des Horus als sein Erstgeborener; König von Ober- und Unterägypten, [Geliebter] der Götter, [Herr] der Beliebtheit unter der Neunheit; der Heliopolis reinigt und Re zufrieden stellt; der den Tempel des Ptah restauriert; der die Maat dem Atum darbringt und sie dem „Südlich seiner Mauer“ aufsteigen lässt; der Denkmäler herstellt als tägliche Opfer für den Herrn, der alles, was besteht, geschaffen hat; der Nützliches für die Götter von Ober- und Unterägypten sucht und ihre Tempel aus Kalkstein errichtet sowie alle ihre Opfer erneuert; der leibliche Sohn des Atum, Thutmosis, wie Re, Erbe des Horus auf seinem Thron Mencheperure, dem Leben gegeben sei. Seine Majestät
war noch ein Junge wie Harpokrates im Chemmis, indem seine Schönheit
wie die dessen, der seinen Vater schützt, war, indem man ihn anblickte
wie den Gott selbst, wobei das Heer in Liebe zu ihm jubelte und die Königskinder
und alle Beamte durch seine Kraft und seine Frische lebten, nachdem er
sich verjüngt hatte und seine Kraft die des Sohnes der Nut war. Er trieb nun Sport,
indem er sich verjüngte auf der Wüste von Memphis auf ihrer südlichen
und nördlichen Seite und auf die Kupferscheibe schoss, sowie Löwen und
Wüstenwild jagte und seinen Wagen fuhr, wobei seine Pferde schneller
als der Wind waren, nur mit einem von seinen Begleitern, ohne dass es
jemand wusste. Nun war es aber seine Stunde, um seinem Begleiter Ruhe zu gönnen bei der Sehenswürdigkeit des Horus-im-Horizont, neben Sokar im Friedhof Renenutet in Tamut im Pyramidengebiet, Mut der [Herrin der] nördlichen [Mauer] und der südlichen Mauer, Sachmet vor der Wüste, Seth, der älteste Zauberer, am geheiligten Platz der Urzeit, in der Nähe des Herrn von Cheraha auf dem göttlichen Weg der Götter zum westlichen Horizont von Heliopolis. Es ruhte aber das Abbild des Chepri, das sehr große, an diesem Platz, groß an Macht, geheiligt an Eindruck, indem der Schatten des Re darauf gefallen war, wobei die Anlagen von Memphis und jede Stadt, die auf beiden Seiten vor ihm liegt, zu ihm kommen, indem ihre Arme vor ihm im Gebet erhoben sind mit sehr großen Opfergaben für seinen Ka. An diesem tage
geschah es nun, dass der Königssohn Thutmosis kam, um sich am Mittag zu
ergehen. Er schlief ein im Schatten dieses großen Gottes. Da ergriff
ihn der Schlaf zu der zeit, als die Sonne im Zenit stand. Er fand die
Majestät dieses heiligen Gottes mit eigenem Munde reden, wie ein Vater
zu seinem Sohn spricht:
(So) beendigte er diese Rede. Da blickte dieser Königssohn staunend, weil er diese Worte gehört hatte[...], weil er die Worte dieses Gottes verstand. Doch gab er Schweigen in sein Herz, [indem er sagte:]...Kommt, wir wollen zu unserem haus in der Stadt gehen und wollen diesem Gott Opfer weihen, die wir ihm bringen, Rinder, Blumen und allerlei Kraut, und wollen anbeten die, die [vor] (uns) waren.
|